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Parodontalbehandlung

Synonym: Zahnfleischbehandlung, Parodontaltherapie, Parodontosebehandlung, PA-Therapie · Englisch: periodontal treatment

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die Parodontalbehandlung umfasst komplexe Maßnahmen zur Behandlung des erkrankten Zahnhalteapparates. Im Vordergrund steht die Schaffung einer biologisch akzeptablen Wurzeloberfläche durch die Zerstörung des Biofilms in der Zahnfleischtasche und an der Wurzeloberfläche, wobei gesunde Anteile des Wurzelzements erhalten bleiben, da diese regenerative Prozesse fördern können. Die Verursacher parodontaler Erkrankungen umfassen Markerkeime wie Bacteroides, Prevotella, Porphyromonas und Actinobacillus, aber auch Pilze wie Candida sowie atypische und pyogene Keime bei Superinfektionen. Zwei Hauptfaktoren beeinflussen die Prävention und den Verlauf der Erkrankung bei chronischer Parodontitis: die Immunantwort des Patienten und die begleitende antimikrobielle Therapie. Die systematische Parodontalbehandlung gliedert sich in die Initialbehandlung, Parodontalchirurgie und Erhaltungstherapie. Nach den PAR-Richtlinien für gesetzlich Versicherte ist es essenziell, die Wurzeloberflächen zu reinigen und Mikroorganismen aus parodontalen Taschen zu entfernen. Die Therapie umfasst:

  • geschlossenes Vorgehen: die häufigste Maßnahme, auch als geschlossene Parodontalbehandlung bekannt
  • offenes Vorgehen
  • antibiotische Therapie
  • Maßnahmen zur Sicherung des Behandlungserfolges Die weiterführende Parodontalbehandlung folgt auf die Initialbehandlung, um den langfristigen Erfolg sicherzustellen. Dabei wird geprüft, ob weitere Maßnahmen erforderlich oder sinnvoll sind, wobei die Mitarbeit des Patienten eine entscheidende Rolle spielt. Die Behandlung wird unterschieden in:
  1. Konventionelle Parodontalbehandlung:
    • Nicht-chirurgische Maßnahmen wie Scaling und Wurzelglättung (geschlossene Behandlung)
    • Chirurgische Maßnahmen wie Gingivektomie oder andere chirurgische Techniken
    • Die Heilung erfolgt überwiegend reparativ und ist durch die Bildung eines langen Saumepithels gekennzeichnet, was ein biologisches Attachment verhindert. In manchen Fällen kann röntgenologisch eine Knochenneubildung beobachtet werden, jedoch ohne biologisches Attachment.
  2. Einsatz regenerativer Maßnahmen:
    • Wiederherstellungsmaßnahmen am Zahnhalteapparat durch regenerative Techniken
    • Erfolgskriterien umfassen Attachmentgewinn und knöcherne Auffüllung, insbesondere bei vertikalen Defekten Die Ergebnisse derzeitiger Behandlungsmethoden sind aufgrund individueller Unterschiede in der Regenerationsfähigkeit des Gewebes und der häuslichen Mundhygiene nicht immer vorhersehbar. Zudem beeinflussen die Vielzahl der am Heilungsprozess beteiligten Zellen und Moleküle, wie Amelogenine, Bone Morphogenetic Proteins und Phosphate, den Behandlungserfolg. Dennoch ist die Parodontalbehandlung bei guter Compliance der Patienten in der Regel über viele Jahre erfolgreich durchführbar.