Knochentasche
Synonym: infraalveoläre, intraossäre K. · Englisch: intraosseous pocket
Knochentaschen entstehen durch den Abbau des Alveolarknochens in seitlicher Richtung (sogenannter "Seitenabbau" oder "Vertikalatrophie") bei fortgeschrittener Parodontitis (Parodontitis marginalis profunda). Es wird zwischen ein-, zwei- und dreiwandigen Taschen unterschieden, deren Darstellung röntgenologisch jedoch nicht immer möglich ist. Nach einer gründlichen Reinigung der Taschen und des Wurzelzements im Rahmen einer Parodontalbehandlung erfolgt das Auffüllen der Knochentaschen mit Knochenersatzmaterialien, gegebenenfalls in Kombination mit chirurgischer Modellierung der Knochenränder. In schweren Fällen kann bei mehrwurzeligen Zähnen eine Hemisektion durchgeführt werden, um einen Teil des Zahns zu erhalten.
Die Bezeichnung "ein-", "zwei-" oder "dreiwandig" basiert auf einer systematischen Einteilung, die von der Anzahl der vorhandenen Wände ausgeht. Ähnlich wie bei einem Raum werden maximal vier Wände gezählt, wobei Zahnwurzeln oder Bereiche ohne Knochen nicht als Wand gelten. Eine "zweiwandige" Tasche (siehe Abbildung) ist beispielsweise nach mesial (vorn) und distal (hinten) jeweils durch eine Zahnwurzel begrenzt, während die Begrenzung nach bukkal (außen) und lingual (innen) durch Knochen erfolgt.