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EDTA

Synonym: Ethylendiaminteträssigsäure, Ethylene Diamine Tetra-Acetate · Englisch: Ethylene Diamine Tetra-Acetate (EDTA)

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure) ist ein organischer Chelatbildner, der durch die Bindung von Metallionen lösliche Komplexe (Chelate) bildet. In der Zahnmedizin wird EDTA vor allem in der Endodontie und in bestimmten pharmakologischen Anwendungen eingesetzt.

Chemische Eigenschaften:

  • EDTA besitzt ein Molekülgerüst mit zwei Stickstoff- und vier Sauerstoffatomen, die ein Oktaeder formen.
  • Es bildet stabile Chelatkomplexe durch die Bindung von Metallionen.
  • Bei Kontakt mit Natriumhypochlorid (NaOCl) wird naszierender Sauerstoff freigesetzt, was die Wirksamkeit der chemischen Reinigung verstärkt.

Anwendungen in der Zahnmedizin:

  1. Endodontie:
  • Wurzelkanalaufbereitung: EDTA wird eingesetzt, um Wurzelkanäle chemisch aufzubereiten, insbesondere um die präparationsbedingte Schmierschicht zu entfernen.
  • Gleitmittel: In gelartiger Konsistenz erleichtert EDTA das Auffinden und Erweitern von Wurzelkanälen.
  • Kombination mit NaOCl: Die gleichzeitige Verwendung mit Natriumhypochlorid wird empfohlen, da EDTA allein keine reinigende, sondern nur eine auflösende Wirkung besitzt.
  1. Zusatz in Lokalanästhetika: EDTA stabilisiert die Wirkstoffe des Anästhetikums (z.B. Articain) und des Vasokonstriktors (z.B. Adrenalin), wodurch die Haltbarkeit und Wirksamkeit der Präparate verbessert wird.

  2. Bleaching: EDTA kann zur internen Zahnaufhellung beitragen, indem es die Zahnstruktur durch Entfernung der Schmierschicht vorbereitet.

  3. weitere medizinische Anwendungen:

  • Entgiftung: EDTA wird zur Chelat-Therapie bei Schwermetallvergiftungen eingesetzt.
  • Notfallmedizin: Es ist zugelassen zur Behandlung von Hyperkalzämie und bestimmten Arrhythmien.

Handelsnamen: Beispiele sind Calcinase™ und Glyde-Gel™.

EDTA ist ein vielseitiger Chelatbildner, dessen Anwendungen in der Zahnmedizin vor allem auf der Entfernung von Schmierschichten und der Erleichterung mechanischer Aufbereitungsmaßnahmen basieren. Es ist ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen Endodontie und ergänzt durch seine Kombination mit NaOCl eine effektive chemische Reinigung.