Kariestherapie
Synonym: Kariesbehandlung, Kariesentfernung · Englisch: treatment of tooth decay
Kariestherapie ist die Behandlung der durch Karies verursachten Zahnschäden, abhängig vom Grad der Zerstörung, der Dauer der Infektion und dem allgemeinen Kariesrisiko. Karies ist bekanntlich eine multifaktorielle Erkrankung, deren einzige Ursache jedoch kariogene Bakterien sind. Diese Bakterien müssen im Rahmen einer ursächlichen Behandlung entfernt und kontrolliert werden.
Bis zu den ersten sichtbaren Anzeichen (White Spot; siehe oben) ist durch geeignete Maßnahmen – lokale Fluoridzufuhr, antibakterielle Gele, Kasein-Phosphopeptide (CPP), gute Mundhygiene und Kontrolle der Kariesaktivität (Kariesmonitoring) – in diesem Stadium noch eine "Ausheilung" der Karies möglich (sogenannte Kariesfrüherkennung und Risikomanagement). Hat die Karies bereits den Schmelz zerstört, ist keine spontane Ausheilung mehr möglich. In der Regel erfolgt eine zahnärztliche Behandlung, bei der der Defekt ausgebohrt wird, eventuell eine Überkappung des Zahnnervs durchgeführt, eine Kavität präpariert und mit einem geeigneten Füllmaterial aufgefüllt wird. Bei größeren Defekten kann eine Versorgung mit einer Krone notwendig sein. Ist der Zahn tief zerstört und treten eitrige Prozesse an der Zahnwurzel oder Lockerungen auf, kann eine Entfernung des Zahns erforderlich sein.
Neben der klassischen Therapie des Bohrens werden zunehmend sogenannte minimal-invasive Behandlungsarten propagiert, wie z. B. das "Bohrgel" Carisolv™, Laserbehandlungen, Pulverstrahltechniken, Ozonzufuhr und unterstützende Ultraschall-Systeme. Für all diese Alternativtherapien gilt bisher, dass nur wenige klinische Erfahrungen vorliegen und der Einsatz in der Praxis bisher unbedeutend ist.