Zum Hauptinhalt springen

minimal-invasiv

Synonym: Microdentistry · Englisch: minimal-invasive, minimum intervention (MI)

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Minimal-invasiv setzt sich zusammen aus "minimal" = wenig und "invasiv" = eindringend. Es bezeichnet eine Behandlungstherapie bzw. ein Behandlungsergebnis unter größtmöglicher Schonung nicht erkrankter Gebiete. Der Begriff wird auch verwendet, um eine Überbehandlung zu vermeiden. In der Zahnheilkunde (ZHK) ist er vor allem im Zusammenhang mit der Füllungsbehandlung ("Adhäsivpräparation", "prevention of extension") und der Behandlung von Zahnfleischerkrankungen gebräuchlich. Eine minimalinvasive Technik gilt als Idealvorstellung, wenn sie wenig invasiv, aber dennoch wirkungsvoll ist. Neuere Verfahren in diesen Bereichen legen besonderen Wert auf diesen Aspekt und tragen – neben der Schonung der umliegenden, gesunden Gewebe – zu einer erhöhten Compliance der Patienten bei. Minimalinvasive Verfahren bedeuten z.B. auch, dass eine Karies im Frühstadium (Initialkaries) durch Verbesserung von Ernährung und Mundhygiene, Fluoridierungsmaßnahmen, Versiegelung und antibakterielle Methoden zum Stillstand gebracht werden kann. Nach Thomas Wolf (Der Freie Zahnarzt, 2021) kann die minimalintervenierende Zahnmedizin in drei Bereiche untergliedert werden: 1) noninvasive Maßnahmen: Ernährungslenkung, Biofilm-Management und Remineralisation; 2) mikroinvasive Maßnahmen: Versiegelung und Infiltration sowie 3) (minimal-)invasive Maßnahmen: Restaurationen/konventionelle Füllungstherapie.