Implantatreinigung
Synonym: Implantoplastik · Englisch: implantant cleaning
Die Implantatreinigung ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um die Lebensdauer und Funktionalität von Zahnimplantaten zu sichern. Die biologische Schwachstelle jedes Implantates ist die Übergangsstelle von der Mundhöhle in den Kieferknochen am Implantathals. Einen bakteriendichten Verschluss wie beim natürlichen Zahn kann es bei einer künstlichen Zahnwurzel nicht geben. Umso mehr muss gerade dieses Gebiet besonders gut gereinigt und gepflegt werden, damit es nicht durch eindringende Bakterien zur gefürchteten Periimplantitis und einem möglichen Abstoßen des Implantats kommt.
Ziel der Implantatreinigung ist eine schonende und gründliche Entfernung von Plaque und Zahnstein (PZR) an allen Zahn- und Implantatoberflächen einschließlich der Suprakonstruktionen. Dafür stehen grundsätzlich Ultraschallinstrumente, Handinstrumente und Pulver-Wasser-Strahlgeräte zur Verfügung.
Um Zahnstein an Implantatoberflächen zu entfernen, sollte auf den Einsatz von Metallinstrumenten verzichtet werden, da diese die Oberfläche verkratzen und so Kristallisationspunkte für schädliche Plaque bilden könnten. Für Schall- und Ultraschallgeräte gibt es daher spezielle Kunststoff- oder Karbon-Aufsätze. Auch der Einsatz von Pulver-Wasser-Strahlgeräten hinterlässt eine glattere Oberfläche als herkömmliche Instrumente. Nachteilig ist jedoch, dass bei unsachgemäßer Anwendung dieser Geräte das dem Implantat anliegende Zahnfleisch verletzt werden kann. Die Politur sollte daher am besten mit einem weichen Gumminapf und feiner Polierpaste durchgeführt werden, sofern ein Zugang gegeben ist.
Ferner empfiehlt sich der Einsatz von Zahnseide und regelmäßige Spülungen mit einer Chlorhexidinhaltigen Lösung. Airflow mit Glycinpulver kann im Vergleich zu Natriumbicarbonatpulver als überlegene Methode zur Entfernung von Plaque an Zahnimplantaten angesehen werden, da Glycin weniger aggressiv ist. Darüber hinaus scheint die Verwendung von Glycinpulver eine aktive Rolle bei der Hemmung der bakteriellen Wiederbesiedlung von Implantaten in einer kurzen Testphase (24 h) zu spielen.
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