Zahnseide
Englisch: dental floss
Zahnseide ist ein effektives Reinigungsmittel zur Entfernung von Plaque und Speiseresten in Zahnzwischenräumen, unter Brückengliedern und bei festsitzenden kieferorthopädischen Apparaturen. Die Anwendung von Zahnseide trägt vor allem zur Gingivitis- und Parodontitisprophylaxe bei, während ihr Nutzen in der Kariesprophylaxe wissenschaftlich nicht eindeutig belegt ist.
Zahnseide wird aus Nylonfäden oder PTFE-Strängen hergestellt und ist in unterschiedlichen Varianten erhältlich, die sich in ihrer Anwendung und Effektivität unterscheiden:
- Ungewachste Zahnseide bietet einen besonders guten Reinigungseffekt, ist jedoch schwieriger in der Handhabung und daher für Anfänger weniger geeignet.
- Gewachste Zahnseide ist mit einer Gleitbeschichtung versehen, die sie leichter in enge Zahnzwischenräume einführen lässt, was besonders für Anfänger von Vorteil ist.
- SuperFloss™ kombiniert verschiedene Eigenschaften und eignet sich ideal zur Reinigung bei speziellen Anforderungen wie kieferorthopädischen Apparaturen, Brücken oder breiten Zahnzwischenräumen. Sie besteht aus einem verstärkten Anfang zum Einfädeln, einem flauschigen Mittelteil und einem ungewachsten Endabschnitt.
- Gewachste Polyethylen-Zahnseide wurde speziell für Einsteiger entwickelt und eignet sich gut für schmale Zahnzwischenräume.
Die korrekte Anwendung von Zahnseide, oft als "Fädeln" bezeichnet, erfordert etwa 50 cm Zahnseide. Ein kurzer Abschnitt wird straff zwischen Daumen und Zeigefinger gespannt, vorsichtig zwischen die Zähne eingeführt und entlang der Zahnflächen bewegt, um Plaque zu entfernen. Für jeden Zahnzwischenraum sollte ein frischer Abschnitt verwendet werden. Ein voll bezahntes Gebiss hat etwa 30 Zahnzwischenräume, und die Reinigung aller Bereiche dauert je nach Übung 10 bis 20 Minuten. Ungeübte Anwender sollten sich die Technik am besten von einer zahnmedizinischen Fachkraft demonstrieren lassen.
Trotz der Effektivität von Zahnseide bleibt deren regelmäßiger Gebrauch eingeschränkt. In Deutschland liegt der durchschnittliche Verbrauch bei etwa 3,75 Metern pro Person und Jahr, während bei täglicher Nutzung 180 Meter erforderlich wären. Die geringe Verbreitung wird auf die aufwendige Handhabung und den Zeitbedarf zurückgeführt. Zahnseidenhalter (z. B. "Flossette") erleichtern die Anwendung, obwohl die Akzeptanz und Effizienz solcher Hilfsmittel bisher nicht ausreichend untersucht sind.
Zahnseide hat eine lange Geschichte: Ihre Ursprünge werden einem Zahnarzt aus New Orleans im 18. Jahrhundert zugeschrieben, während die ersten Handelsprodukte aus Nylon erst im 20. Jahrhundert nach der Erfindung dieser synthetischen Faser durch DuPont (1937) verfügbar wurden. Studien zeigen, dass Zahnseide, ähnlich wie Zahnhölzer, Plaqueindizes deutlich reduzieren kann und somit ein wichtiger Bestandteil der Mundhygiene ist.