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Implantaterfolg

Englisch: criteria of success in implantology

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Implantaterfolg ist ein Erfolgskriterium in der Implantologie, auch „criteria of success in implantology“ genannt. Für die Erfolgsdefinition zahnärztlicher Implantate gibt es bis heute keinen allgemeingültigen Konsens (sogenannte Standards), obwohl international verschiedene Kriterienvorschläge aufgestellt wurden, die den Erfolg mittels klinischer und röntgenologischer Kontrollparameter bewerten. Grundsätzlich sind die Therapieergebnisse bei einem Einzelzahnimplantat am besten, wenn die Implantation frühzeitig erfolgt. Wenn Implantate verloren gehen, geschieht dies zumeist im ersten Jahr, etwa dann, wenn die künstliche Zahnwurzel zu früh belastet wird oder aus anderen Gründen nicht richtig einheilt.

Es wird unterschieden in: Überlebensrate Sie gibt die Prozentzahl der Implantate an, die sich noch zu einem bestimmten Zeitpunkt im Mund befinden – man nennt dies auch „In-situ-Rate“. Damit wird keine Aussage darüber gemacht, ob das Implantat objektiv noch funktionstüchtig ist. Eine qualitative Aussage fehlt somit.

Erfolgsrate Hier fehlt es in der Wissenschaft bisher völlig an vergleichbaren Erfolgskriterien – meist werden negative Ereignisse (z.B. Periimplantitis, Entfernung des Implantates) als „(Miss-)Erfolg“ gewertet.

Implantaterfolg – was zählt wirklich? Aktuelle Zahlen zu Überleben und Erfolg – Implantate haben eine gute Prognose – aber… (dzw, 2017). Bei der Vielzahl der Erfolgsdefinitionen sind dies die am meisten angewendeten Erfolgskriterienvorschläge: Albrektsson-Kriterien (im ersten Jahr ca. 1 mm, in den darauffolgenden Jahren ca. 0,2 mm Knochenverlust pro Jahr), Jahn-d'Hoedt-Kriterien, Buser-Kriterien, NIH-Kriterien, Naert-Kriterien.

Allgemein werden folgende Kriterien als Erfolg angesehen:

  • Keine anhaltenden Beschwerden wie Schmerzen, Infektionen (Periimplantitis), Taubheitsgefühl im/um das Operationsgebiet, Neuropathien
  • Nur geringer Knochenverlust (0,2 mm) im ersten Jahr in der Umgebung der künstlichen Zahnwurzel
  • Fester Sitz; keine oder nur geringe Beweglichkeit
  • Auf dem Röntgenbild ist kein Spalt zwischen dem Implantat und dem umgebenden Kieferknochen sichtbar
  • Der Patient kommt mit dem Implantat zurecht (Patientenzufriedenheit), sowohl funktionell als auch ästhetisch. Gerade beim späteren Aussehen im sichtbaren Bereich (rosa Ästhetik) können Wünsche und Machbares auseinanderklaffen.

Eine neuere Definition stammt von der "Pisa Consensus Conference 2007". Hierzu steht in der Veröffentlichung von Dr. Miriam Thöne-Mühling, Prof. Dr. Ulrich Lotzmann und Prof. Dr. Reiner Mengel in „ZPW online vom Juni 2011“: „1. Success (optimum health) – weder Schmerz noch Druckempfindlichkeit bei funktioneller Belastung – keine Mobilität – < 2 mm röntgenologischer Knochenabbau seit Implantation – keine Exsudation 2. Satisfactory survival – kein Schmerz bei funktioneller Belastung – keine Mobilität – 2–4 mm röntgenologischer Knochenabbau – keine Exsudation 3. Compromised survival – Empfindlichkeit bei funktioneller Belastung – keine Mobilität – 4 mm röntgenologischer Knochenabbau, doch weniger als ½ der Implantatlänge – ST > 7mm – evtl. Exsudation 4. Failure – Schmerz bei funktioneller Belastung – Mobilität – röntgenologischer Knochenabbau mehr als ½ der Implantatlänge – nicht therapierbare Exsudation – Implantat nicht prothetisch versorgbar (Sleeper) – Implantat nicht mehr in situ“

Hierbei wird berücksichtigt, dass es periimplantäre Gesundheitszustände zwischen den Stadien „Erfolg“ und „Misserfolg“ gibt. So fallen in die Kategorie „Satisfactory survival“ Implantate, die ehemals klinische Probleme aufwiesen bzw. potenziell gefährdet sind. Wohingegen zur Gruppe „Compromised survival“ Implantate zählen, die von Periimplantitis betroffen sind.

Der Online-Dienst „MedAustria“ berichtet 2012 über eine Studie der Berner Universitätsklinik: „Risiko eines Implantatverlusts ist gering Die Studie mit einer Laufzeit von zehn Jahren umfasste mehr als 300 teilbezahnte Patientinnen und Patienten, bei denen Ende der 90er Jahre einzelne oder mehrere Zähne durch insgesamt 511 Implantate ersetzt worden waren. Dabei wurden Titanimplantate mit einer damals neuen mikrorauen Oberfläche verwendet, die noch heute eingesetzt werden. Die Nachkontrolle dieser Patienten ergab, dass über diese Zeit lediglich sechs Implantate nicht gehalten hatten, was einer Verlustrate von 1,2 Prozent entspricht. Weitere 1,8 Prozent der Implantate zeigten während dieses Zeitraums eine biologische Komplikation in Form einer Infektion. „Die Resultate haben unsere bereits optimistischen Erwartungen übertroffen“, freut sich Daniel Buser, Direktor der Klinik für Oralchirurgie und Stomatologie, der mit Giovanni Salvi, stellvertretender Direktor der Klinik für Parodontologie, und Urs Brägger, Leiter der Abteilung für Kronen- und Brückenprothetik, die Studie durchgeführt hat. „Solche Kennzahlen sind für uns wichtig, damit wir den Patientinnen und Patienten die Risiken darlegen können.“ Der Zahnmediziner betont, dass die Studie unter strikten Bedingungen durchgeführt worden sei, da nur evidenzbasierte Behandlungsmethoden zur Anwendung kamen, wissenschaftlich gut dokumentierte Implantate verwendet wurden und die meisten Patienten eine gute Mundhygiene betrieben sowie regelmäßig mit Dentalhygienekontrollen betreut wurden.“

Vorsicht ist bei Aussagen wie „nach 5 Jahren noch 97 % an Ort und Stelle“ angebracht, da mangels eindeutiger Erfolgskriterien nichts darüber ausgesagt wird, wie der Zustand dieser Implantate ist. Andere Statistiken zählen das erste Jahr der Implantateinpflanzung (stillschweigend) gar nicht mit, da in dieser Zeit der größte Verlust auftritt.