Zungenentzündung
Synonym: Glossitis, Entzündung der Zunge · Englisch: glossitis
Die Zungenentzündung (Glossitis) beschreibt eine entzündliche Veränderung des Zungengewebes, die mit Rötung, Schwellung, Schmerzen und funktionellen Einschränkungen einhergehen kann. Sie tritt als eigenständige Erkrankung oder als Symptom einer zugrunde liegenden Störung auf.
Ursachen können lokale Faktoren wie Verletzungen, Verbrennungen oder Reizungen durch scharfe oder heiße Speisen sein. Auch systemische Erkrankungen wie Eisenmangelanämie, Vitamin-B-Mangel, Infektionen (z. B. durch Candida albicans oder Herpes-simplex-Viren) oder Autoimmunerkrankungen (z. B. Zöliakie oder Sjögren-Syndrom) können eine Glossitis hervorrufen. Allergische Reaktionen auf Zahnpflegemittel oder Nahrungsmittel sind ebenfalls mögliche Auslöser.
Symptome umfassen häufig eine glatt erscheinende, gerötete Zunge (atrophische Glossitis), Schmerzen, Brennen oder Empfindlichkeit, insbesondere bei Kontakt mit heißen oder säurehaltigen Lebensmitteln. In schweren Fällen können Schwierigkeiten beim Sprechen, Kauen oder Schlucken auftreten.
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine klinische Untersuchung und Anamnese. Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende Erkrankung können zusätzliche diagnostische Maßnahmen wie Bluttests oder allergologische Tests erforderlich sein.
Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Lokale Reizstoffe sollten vermieden werden, und symptomatische Maßnahmen wie Spülungen oder entzündungshemmende Medikamente können eingesetzt werden. Liegen systemische Ursachen vor, ist deren Behandlung essenziell, z. B. durch die Gabe von Eisen- oder Vitaminpräparaten.
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