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Sjögren-Syndrom

Synonym: chronisch-systemische Autoimmunerkrankung (rheumatoide Erkrankung) · Englisch: Sjoergren's syndrome

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Das Sjögren-Syndrom, eines der häufigsten Erkrankungen des Immunsystems, zeigt folgendes Bild: Die Tränen- und Speicheldrüsen stellen schleichend ihre Funktion ein, die Ohrspeicheldrüse (Parotis) schwillt an und produziert nur noch einen zähfließenden Schleim. Die Zunge zeigt einen zunehmenden Papillenverlust (Papillenatrophie), wobei die Oberfläche glatt und gelappt wird. Histologisch typisch sind eine progressive Infiltration und schließlich die Verdrängung der Epithelzellen exokriner Drüsen durch mononukleäre Lymphozyten.

Die Patienten klagen über starkes Augenbrennen, Bindehautentzündungen, Geschmacksstörungen und Mundtrockenheit. Es kann jedoch auch zu schweren Problemen wie Entzündungen der Nerven, Taubheitsgefühl, Gelenkrheumatismus oder brennenden Schmerzen kommen. In seltenen Fällen ähneln die Symptome denen der Multiplen Sklerose. Das Syndrom betrifft vornehmlich weibliche Personen (90%). Die Krankheit tritt meist postmenopausal auf, mit einem Häufigkeitsmaximum im Alter zwischen 40 und 50 Jahren. Es werden immunologische, genetische, hormonelle und infektiöse (Viren) auslösende Faktoren diskutiert.

Die Therapie umfasst unter anderem eine gute Mundhygiene und lokale Fluoridzufuhr, die Prävention von oralen Infektionen, einen Speichelersatz sowie die lokale und systemische Anregung der Speichelproduktion. Bei Patienten, deren Speichelproduktion noch nicht vollständig versiegt ist, können Cholinergika (Medikamente mit parasympathomimetischer Wirkung) eingesetzt werden.