Teilprothese
Synonym: herausnehmbarer Zahnersatz, partielle Prothese, partieller Zahnersatz · Englisch: partial (removable) (denture) prosthesis
Teilprothese ist der Oberbegriff für jeden herausnehmbaren ("abnehmbaren") Zahnersatz in einem Lückengebiss. Auch wenn die Ausführungen von Teilprothesen vielfältig sind, weisen diese in der Regel bestimmte Konstruktionsmerkmale auf:
Verbindungselemente (Verankerungselemente), auch als Attachments bezeichnet, die die Teilprothese an den Restzähnen fixieren. Dies kann durch Klammern oder spezielle Verbindungselemente erreicht werden. Künstliche Zähne zum Ersatz der fehlenden Zähne (Fachausdruck: Schalt- bzw. Freiendsattel), die an der Prothesenbasis angebracht sind. Ausgleichselemente zur Stabilisierung der Teilprothese (z.B. Schubverteilungsarm). Nach Strub et al. (1994) sind die Hauptaufgaben einer Teilprothese:
Wiederherstellung der (Kau-)Funktion mit Sicherung der Okklusionsverhältnisse, Zahnpositionen sowie Optimierung der Kaukraftverteilung. Wiederherstellung von Phonetik und Ästhetik. Verhütung weitgehender direkter oder indirekter Destruktionen im stomatognathen System (prophylaktische Funktion). Eine grobe Einteilung der vielfältigen Teilprothesenarten kann nach folgenden Kriterien erfolgen:
Art der Abstützung am Restgebiss:
Parodontal getragen (an eigenen Zähnen abgestützt), Parodontal-tegumental getragen (sowohl an eigenen Zähnen wie auch auf der Schleimhaut abgestützt; z.B. bei Freiendprothesen), Tegumental getragen (nur durch die Kieferschleimhaut abgestützt; in der Regel bei provisorischen Prothesen der Fall), Implantat getragen. Art und Anordnung der Zahnlücke(n):
Freiendprothese, Kombinationsprothese, Schaltprothese. Art der Herausnahme: Unterteilt in bedingt herausnehmbar (gewisse Konstruktionselemente bewirken, dass der Ersatz nicht vom Patienten herausgenommen werden kann; selten) und unbedingt herausnehmbar.
Konstruktion, Material und technische Ausführung:
Deckprothese, Klammerprothese, Kombinationsprothese (sowohl festsitzende als auch herausnehmbare Elemente), Kunststoffprothese (in reiner Ausführung in der Regel bei provisorischen Prothesen), Modellgussprothese ("Stahlprothese"), Rationierte Prothese, "Lochplatte", Teleskopprothese. Als klassische Indikationsgebiete für Teilprothesen gelten:
Uni- oder bilateral verkürzte Zahnreihe (Kennedy-Klassen I und II), Überlange Spannen, die statisch für festsitzenden Ersatz stark risikobehaftet sind, Prognostisch ungünstigere Pfeilerzähne, Der Patient möchte keine "gesunden Zähne" beschleifen lassen, Finanzielle Aspekte. Trotz aller Fortschritte in der Zahnheilkunde, insbesondere im Hinblick auf die Erhaltung der Zähne und das Einpflanzen künstlicher Zahnwurzeln, ist die Versorgung eines Lückengebisses mit herausnehmbaren Zahnersatz eine der Hauptversorgungsformen in Deutschland.
Vor dem Hintergrund enormer Fortschritte und ermutigender Langzeitergebnisse auf dem Gebiet der zahnärztlichen Implantologie wird die Zukunftsfähigkeit von Teilprothesen – beziehungsweise herausnehmbarem Zahnersatz generell – diskutiert. Auch wenn fast alles mit Hilfe von Implantaten und festsitzendem Zahnersatz machbar erscheint, scheinen große Zweifel angebracht, darin die Standardversorgung des 21. Jahrhunderts zu sehen, insbesondere bei der Betrachtung sich mächtig vollziehender Veränderungen im System der gesundheitlichen Versorgung, nicht nur in Deutschland, mit speziellem Fokus auf die Verfügbarkeit finanzieller Ressourcen.
Schlagwörter
- abnehmbar
- Abstützelemente
- Abstützung
- Coverdenture
- Druckstelle
- Equipoise System
- Frontzahnlinie (Lachlinie)
- Haltbarkeit von Zahnersatz
- Kippmeider
- Klammer
- Kombinationsprothese
- Kunstzahn
- Lochplatte
- Lückengebiss
- Palatinalbügel
- Parallelometer
- Prothese
- Prothesenbasis
- Prothesenbruch
- Prothesenreinigung
- Retentionsprothese
- Schaltprothese
- Spinne
- Stützfeld
- Torsionsbügel
- Unterzungenbügel
- Verbinder
- Verbindungselemente
- Vollprothese
- Zahnfleischklammer