Teleskopkrone
Synonym: Doppelkrone, Teleskop, TK · Englisch: telescope, telescopic crown
Die Teleskopkrone wird unterteilt in Konusteleskop (auch: Konuskrone) und Zylinderteleskop (T.). Obwohl sie eine amerikanische Erfindung ist, ist die Teleskopkrone international vor allem aufgrund ihrer Weiterentwicklung und der häufigen Anwendung in Deutschland unter dem Begriff „German Crown“ bekannt.
Eine Teleskopkrone besteht immer aus zwei Teilen und zählt somit zu den Geschieben: dem im Mund fest eingesetzten Innenteleskop (Primärkrone, Patrize, engl.: coping) aus Metall (bzw. neuerdings auch aus Keramik) und dem darüber greifenden, herausnehmbaren Außenteleskop (Sekundärkrone, Matrize, engl.: telescopic crown). Der Konuswinkel bestimmt die Friktion zwischen diesen beiden Teilen.
Ideale Haftwerte werden erreicht, wenn Innen- und Außenteleskop exakt zylindrisch sind (90° Winkel, Zylinderteleskop) und keine Abweichung von einer Rechteckform aufweisen. Da dies aus anatomischen und kosmetischen Gründen häufig nicht möglich ist, sollten wenigstens zwei gegenüberliegende Flächen (meist die distale und die mesiale Zahnfläche) zueinander parallel sein.
Die Konusteleskopkrone weist andere Konstruktionsmerkmale auf: Im Gegensatz zur zylindrischen Teleskopkrone, die mindestens zwei parallele Flächen aufweist, verläuft die Konusteleskopkrone nach oben kegelförmig (konisch). Der Konuswinkel (Grad der Steilheit des Konus; 0° Winkel = keine Abschrägung, üblicherweise zwischen 4° und 6°) ist entscheidend für die Haftreibung (Friktion) zwischen dem Primär- und Sekundärteil (Außen- und Innenteleskop) der Konusteleskopkrone.
Eine Sonderform in einem Gebiss mit nur noch wenigen (1-3) eigenen Zähnen ist das Resilienzteleskop: Zwischen dem Primär- und Sekundärteil befindet sich an der zur Kaufläche zugewandten (okklusalen) Seite der Teleskopkrone ein Spielraum von 0,3 - 0,5 mm. Dadurch liegt der Zahnersatz – wenn er nicht belastet wird – nur der Schleimhaut auf. Erst bei einer Belastung durch Kauen (unter Funktion) wird dieser Resilienzspielraum aufgehoben. Diese Konstruktion führt zu einer besonders schonenden Belastung der eigenen (Rest-)Zähne. Diese Art der Teleskopkrone bildet die Basis der sogenannten Deck- oder Cover-Denture-Prothese.
Als Kombination verschiedener Teleskopsysteme (Freihaltung der marginalen bzw. der periimplantären Gewebe, Verzicht auf große und kleine Verbinder, Herstellung des Sekundärgerüstes als Einstückguss, Anwendung nur eines Legierungstyps, Verzicht auf Lötverbindungen) gilt die sogenannte "Marburger Doppelkrone" (auch "Lehmann-Krone"). In seltenen Fällen befindet sich zwischen den beiden Doppelkronen noch ein – meist kugelförmiges – Halteelement (z. B. Link zu Si-tec).
Teleskopkronen gelten heute (2010) als Standard bei der gesetzlichen Versorgung eines größeren Lückengebisses mit herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothese, herausnehmbare Brücke). Ihr Hauptvorteil liegt in der optimalen Belastung der Pfeilerzähne sowie der problemlosen Erweiterung (Reparatur) des Zahnersatzes, wenn einer der Pfeilerzähne – aus welchen Gründen auch immer – entfernt werden muss. Nachteilig wirkt sich manchmal der durch die Doppelkrone bedingte Kronenumfang („Klobigkeit“) aus, besonders im sichtbaren Bereich. Die Teleskopkrone erfordert aufgrund ihrer Konstruktion eine hohe Präparations- und Verarbeitungsqualität des Zahnarztes und seines Dentallabors.
Eine Langzeitbeobachtung über zwölf Jahre bescheinigt Konuskronen als Verankerungsform in 70 bis 92 % der untersuchten Fälle eine feste Haftung. Mit zunehmender Tragezeit wurde keine deutliche Abnahme der Festigkeit beobachtet. Unabhängig von der statischen Pfeilersituation zeigte die Mehrzahl der Versorgungen eine gute Haftung (70 bis 92 %). Am häufigsten fand sich die Idealhaftung des Grades I in der „3-Punkte-Abstützung“ (Prinzip des dreibeinigen Tisches) im Oberkiefer (99 %), gefolgt von der gleichen Situation im Unterkiefer (88 %). In 10 % der untersuchten Fälle war die Haftung zu gering, was meist in einer Abstützung auf nur zwei Pfeilern lag. Eine zu feste Haftung wurde in 33 % der Fälle im Oberkiefer und 28 % im Unterkiefer bei Zweipfeilersituationen festgestellt.