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Vollprothese

Synonym: Totalprothese, Totale, Gebiss · Englisch: full denture, full set, complete replacements for teeth

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Vollprothese ersetzt alle natürlichen Zähne durch einen herausnehmbaren Zahnersatz. Der saugende Halt der Prothese wird im Wesentlichen durch zwei Faktoren bestimmt: die Adhäsion des Speichels an der Prothesenbasis und am Prothesenlager sowie die Kohäsion des Speichels im Kapillarspalt zwischen der Basis und der den Kiefer bedeckenden Schleimhaut.

Zahnlose Patienten verbinden mit ihrer Versorgung durch eine Vollprothese hohe Erwartungen. Müheloses Kauen und Sprechen sowie gutes Aussehen stehen dabei an oberster Stelle. Im Gegensatz zu anderen Zahnersatzarten ist eine Vollprothese besonders für motorisch eingeschränkte Patienten und deren Hilfspersonal (z.B. in Heimen) leicht zu pflegen sowie ein- und auszugliedern.

Die Totalprothetik gehört zu den schwierigsten Fachbereichen der Prothetik und wird zunehmend anspruchsvoller. Denn die Zahnlosigkeit verschiebt sich immer mehr in eine höhere Altersgruppe, in der mit einer geringeren Adaptation der Patienten gerechnet werden muss. Gleichzeitig nimmt die Erfahrung der Zahnärzte in der Versorgung des zahnlosen Patienten durch die Verminderung der Zahl an notwendigen Vollprothesen ab.

Es wurde untersucht, dass 11 % der Totalprothesenträger Haftcremes verwenden und 5 % ihren Zahnersatz beim Essen herausnehmen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Vollprothesen oftmals länger getragen werden, als dies medizinisch vertretbar wäre. Besonders die Abrasion der heute gängigen Kunststoff-Ersatzzähne und der altersbedingte Kieferschwund lassen es geboten erscheinen, nach spätestens 10 Jahren eine Erneuerung oder eine labormäßige Anpassung (Unterfütterung, Erneuerung der Zähne) vorzunehmen.