Okklusion
Synonym: Zusammenbiss, Biss · Englisch: occlusion, bite
Okklusion, "Kauberührung" der Zähne, Kieferschluss, allgemein: jeder Kontakt zwischen den Zähnen des Ober- und Unterkiefers; Aufeinandertreffen der oberen und unteren Zahnreihen bei zwanglosem Kieferschluss (Ruheposition). Sie wird unterteilt in dynamische und statische Okklusion. In der Funktionsanalyse gibt es unterschiedliche Auffassungen über die "richtige" Okklusion. Es hat sich als praktikabel erwiesen, zwischen idealer, physiologischer, nichtphysiologischer und zu behandelnder Okklusion zu unterscheiden. Ebenso existieren verschiedene Okklusionskonzepte (engl.: occlusion concepts) mit Vorstellungen, wie die Zähne bei der Vorschub- und Seitwärtsbewegung miteinander im Kontakt stehen sollten: eine beidseitig balancierte Okklusion, eine einseitig balancierte Okklusion (auf der Arbeitsseite) bei der Seitwärtsbewegung, Front-/Eckzahnführung oder -stützung bei Vorschubbewegungen usw. Allen Konzepten ist gemein, dass sie einzeln bisher keine Allgemeingültigkeit erlangt haben und wissenschaftlich sehr unterschiedlich beurteilt werden. Unabhängig davon müssen diese verschiedenen Konzepte generell verhindern, dass die Kiefergelenke einer übermäßigen Druckbelastung durch eine unzureichende Abstützung der Zahnreihen ausgesetzt sind. Der Begriff dynamische Okklusion (engl.: dental articulation or dynamic occlusion) = Zahnkontakte bei Bewegung des Unterkiefers, hat die ehemalige Bezeichnung "Artikulation" abgelöst. Im Unterschied dazu steht der Begriff "statische Okklusion" (engl.: static occlusion) = Zahnkontakte ohne Bewegung des Unterkiefers in Interkuspidation(-sposition) (IKP). Steuerungsfaktoren für die dynamische Okklusion sind: das Kiefergelenk, die ineinander greifenden Höcker und Grübchen der Zähne, Muskulatur, Nerven und Psyche. Weitere Begriffe im Zusammenhang mit der Okklusion: habituelle Okklusion (engl.: habitual occlusion), gewohnheitsmäßig eingenommener Zusammenbiss (statische Okklusion), zentrische Okklusion, ZOP (engl.: centric occlusion), statische Okklusion in zentrischer Kondylenposition (Zentrik), auch als ZOP = zentrische Okklusionsposition bezeichnet. Eine forcierte dynamische Okklusion entsteht durch starke Anspannung der Kaumuskeln (z.B. Pressen) oder durch manuelle Führung des Unterkiefers. Eine bilateral balancierte Okklusion bedeutet, dass in der Laterotrusionsbewegung sowohl Okklusionskontakte auf der Arbeits- als auch auf den Molaren und Prämolaren der Balanceseite auftreten. Sie ist meist vorkommend bei Kopf- und offenem Biss. Eine unilateral-balancierte Okklusion bedeutet einseitiger Gruppenkontakt. Ohne Balancekontakt ist diese Form selten, mit Balancekontakt als Regel anzutreffen.
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