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CAD/CAM-Systeme

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Abk. für die engl. Begriffe: Computer Aided Design ("rechnerunterstützter Entwurf") / Computer Aided Manufacturing ("rechnerunterstützte Fertigung") -Systems; Anwendung bei der Herstellung von festsitzendem Zahnersatz aus Keramik; gelegentlich auch bei der Bearbeitung des labormäßig schwer zu verarbeitenden Titans; Haupteinsatzgebiet: Herstellung von Vollkeramik (z.B. CEREC™; Celay™, Procera-System™). Wurden anfänglich nur einzelne Keramik-Inlays und -Kronen (ohne Kauflächengestaltung) mit diesem Verfahren hergestellt, eröffnen moderne Keramiken und Techniken zunehmend den Einsatz auch bei größeren Rekonstruktionen (z.B. Brücken im Seitenzahngebiet mit Kauflächengestaltung). Von Francis Duret (1971) und später hauptsächlich von Mühlemann (Zürich) in die ZHK eingeführt. Die CAD/CAM-Systeme bestehen im Prinzip aus 4 Komponenten: Scanner, welcher die Präparation abtastet und die Daten digitalisiert. Dabei kann das Scannen im Mund direkt (intraoral) oder auf einem Präzisions-Gipsmodell nach Abdrucknahme in einem Labor erfolgen. Dem CAD-Bereich, bestehend aus Computer und Software Dem CAM-Bereich mit computergesteuerten Fräs- oder Schleifmaschinen, welche aus Metall- oder Keramik-Rohlingen den Zahnersatz herausarbeiten. Manuelle Nachbearbeitungen sind nötig. Geeigneten Werkstoffen für die Mundhöhle Noch nicht befriedigend gelöst ist die automatische Rekonstruktion der Kauflächen (Verzahnungssituation, Kaubewegungen des Unterkiefers); Hilfsweise werden hier u.a. gespeicherte Kauflächenvorlagen ("Bibliothekszähne") oder ein Scan der Kaufläche vor der Präparation verwendet. Kosmetisch kommt hinzu, dass überwiegend (2010) nur einfarbige Rohlinge zur Verfügung stehen. Je nach Art des Zahnersatzes (Inlay, Krone, Brücke usw.) sind Art und Umfang der Datenerfassung unterschiedlich: Angefangen von den Oberflächendaten des präparierten Zahnes bei kleineren Arbeiten bis hin zu Daten über die Nachbarzähne und die Zähne des Gegenbisses. Hierbei kann die Datenerfassung taktil oder berührungsfrei-optisch erfolgen; ausschlaggebend für die Qualität der Datensätze ist die Mess-Sicherheit des jeweiligen Verfahrens und weniger die Anzahl der Messpunkte. Entsprechend dem Konzept und der Zielgruppe wird unterschieden: Chairside-Konzept: mit der Zielgruppe Zahnarzt. Die im Mund durchgeführte Vermessung und anschließende Herstellung des Ersatzstückes erfolgt ausschließlich in der Praxis, der Patient kann direkt in einer Sitzung versorgt werden. Typischer Vertreter: CEREC ® Labside-Konzept: mit der Zielgruppe zahntechnisches Laboratorium. Der Zahnarzt gibt den Abdruck der Mundsituation nach Präparation - wie bisher - in ein spezialisiertes Labor. Typische Vertreter: Celay, Cercon, DCS, Everest. Modifiziertes Chairside-Konzept: es wird nach der Präparation ein Scan durchgeführt und diese Daten mittels Internet direkt an ein angeschlossenes Dentallabor übermittelt. Im Gegensatz zur reinen Chairside-Herstellung hat dieses Vorgehen folgenden Vorteil: Da die Verblendung des Gerüstes nach wie vor manuell erfolgt, ist eine Anpassung der Kauflächen (Verzahnungssituation) exakt möglich. Der Einsatz hochfester, transluzenter Keramiken gestattet eine weit individuellere Gestaltungsmöglichkeit. Von Vorteil ist weiterhin, dass in der Praxis die Anschaffung der sehr teuren Fräß-/Steuereinheit entfällt; nachteilig, dass eine zweite Sitzung zum Einsetzen erforderlich ist. Typischer Vertreter: www.dentoptics.de Modifiziertes Labside-Konzept: mit den Zielgruppen zahntechnisches Laboratorium und spezielles "Fräszentrum". Dadurch erfolgt eine räumliche Trennung zwischen Vermessung bzw. CAD-Konstruktion auf der einen und Fräsbearbeitung auf der anderen Seite. Meist handelt es sich bei letzteren um hochspezialisierte Fräszentren, die die vermessenen und berechneten Daten per Internet zugeschickt bekommen. Typische Vertreter: etcon, Procera. Abdrucklose Praxis, Celay, Cerec, Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, Keramik, optischer Abdruck - digitale Abformung, Vollkeramik Video: Abformung mittels Intraoralscanner (ZWP, 2021) Digital von A bis Z - Von der OP-Planung bis zur fertigen Brücke (zm, 20) Digitale Abformung und innovative CAD/CAM-Werkstoffe (zm, 2014) Gerüst-Zirkon vs. Vollzirkon - Neue Werkstoffe und Verfahren für die CAD/CAM-Restauration (zm, 2013) Verbund aus Zirkoniumoxid-Käppchen mit e.max CAD Krone (Sinterverbund) "Modellation" der Zirkoniumoxid-Käppchen mittels CAD/CAM ©: R. Luthardt, H. Rudolph, O. Sandkuhl und M. Walter, Dresden in ZWR industriell gefertigter Keramik-Rohling.