optischer Abdruck - digitale Abformung
Englisch: optical impression technique
Optischer Abdruck - digitale Abformung direkte optische Erfassung, 3D-Imaging-Verfahren, "photographische Abformung", engl.: optical impression technique; Abtastung der (sichtbar-zugänglichen) Zahnoberfläche mittels optischer Verfahren (Streifenprojektion, Lichtschnittverfahren, 3D-Bildgebung in Videogeschwindigkeit) als sog. "intraoraler Scan" im Rahmen von CAD/CAM-Techniken. Die Anwendung derartiger Techniken ist prinzipiell nicht neu, da schon 1987 das von der direkten Herstellung von Keramikarbeiten her bekannte CEREC-System mittels einer Mundkamera eine direkte digitale Abformung der Präparation erstellt. Neu an den heutigen Systemen ist, dass auch größere Bereiche von mehreren Zähnen (Pfeilern) bis hin zum Gesamtkiefer digitalisiert werden können. Geeignet für Einzelzahnversorgungen und kleinere Brücken. Die klassische Abformung ist der digitalen jedoch heute (2014) noch überlegen in puncto Genauigkeit, wirtschaftliche Aspekte und Indikationsbreite. Zur aufwendigen Vorbereitung schreiben ZÄ Cora Brückel, Dr. Peter Rehmann, ZA Paul Seelbach, Prof. Dr. Bernd Wöstmann in "ZP" u.a.: "Obwohl sich die Funktionsprinzipien der intraoralen Scanner unterscheiden, ist ihre klinische Handhabung recht ähnlich. So müssen beim LAVA C.O.S. und auch beim CEREC Connect die Zahnoberflächen vor dem Scanvorgang mit einem speziellen Puder bestäubt werden, um eine kontrastreiche Oberfläche zu schaffen. Alle Arbeitsschritte sind unter relativer Trockenlegung durchzuführen. Als Puder dient vor allem Titandioxid, das mit einer speziellen Sprühpistole oder mit konventionellen Spraydosen gleichmäßig appliziert wird. Während die Zähne beim CEREC-System vollständig bedeckt sein müssen, genügt für den LAVA C.O.S. eine dünnere, nicht deckende Puderschicht. Der iTero-Scanner setzt im Gegensatz zu den beiden anderen Systemen eine Bepuderung der Zähne nicht voraus; Gleiches gibt der Hersteller für den cara TRIOS an. Vor dem Pudern muss eine gründliche Trockenlegung der betreffenden Zahnreihen erfolgen. Hierzu haben sich spezielle Einweg-Mundspangen (OptraGate, Ivoclar Vivadent) zum Offenhalten des Mundes und starke Speichelabsorber (Dry Tips, Mölnlycke Health Care) bewährt. Letztere eignen sich besonders für den vestibulären Bereich. Lingual genügt meist sorgsames Abhalten mit dem Mundspiegel und gelegentliches Absaugen. Zum Offenhalten des Mundes können alternativ auch wiederverwendbare Mundspangen benutzt werden." Hinzu kommen bei diesem noch relativ jungen Verfahren erhebliche Investitionskosten, welche einen allgemeinen Praxiseinsatz zusätzlich verhindern. Gleichwohl wird diesem Verfahren ein hohes Zukunftspotential zugeschrieben. Dies besonders in Bezug auf Standardisierung, Qualitätssicherung und Patientenkomfort. Evtl. könnten in Zukunft Techniken auf Basis der Kernspintomographie (z.B. Beschichtung der an sich kontrastarmen Zähne mit einem Kontrastgel) die konventionellen Abdrucktechniken ebenfalls revolutionieren.