Kernspintomographie
Synonym: Kernspinresonanztomographie, Kernspin, NMR, MR-Tomographie · Englisch: nuclear magnetic resonance imaging
Die Kernspintomographie ist ein bildgebendes Verfahren zur Untersuchung einzelner Körperteile, das ohne den Einsatz von Röntgenstrahlen auskommt. Dabei wird der Drehimpuls eines Atomkerns (sogenannter "Kernspin") genutzt, der durch ein abgestimmtes Magnetfeld erzeugt wird. Ein Computer verarbeitet die gewonnenen Daten und stellt die Objektstruktur als Schichtbilder oder dreidimensionale Darstellungen dar.
In der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (ZMK) wird die Kernspintomographie vor allem zur Untersuchung von Weichgewebe, beispielsweise zur Tumordiagnostik, und zur Darstellung des Kiefergelenks (insbesondere des Discus) eingesetzt. Für die Darstellung von Zähnen ist das Verfahren weniger geeignet, da diese nur schwache und diagnostisch nicht verwertbare Signale liefern. Alternative Verfahren wie der optische Abdruck oder die digitale Abformung kommen hier zum Einsatz.
Die Entwicklung dieser Technik wurde 2003 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Dank neuer Fortschritte war es ab 2003 möglich, innerhalb von nur 20 Minuten den gesamten Körper – von der Schädelbasis bis in den Bereich der Unterschenkel – in einem Untersuchungsgang abzubilden. Mit der Ganzkörper-Kernspintomographie lassen sich krankhafte Veränderungen des Lymphsystems, insbesondere der Lymphknoten, nachweisen oder ausschließen. Darüber hinaus können Erkrankungen des Skelettsystems, insbesondere entzündliche Prozesse, Tumorabsiedlungen oder Traumafolgen, erkannt werden.