Probiotika
Synonym: Gute Bakterien, lebende Mikroorganismen, gesundheitsfördernde Bakterien, probiotische Kulturen · Englisch: probiotics and praebiotics
Probiotika und Präbiotika werden definiert als “lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge in aktiver Form in den Darm gelangen und hierbei positive gesundheitliche Wirkungen erzielen” (nach dem Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin). Probiotika werden im Bereich der Lebensmittel, Arzneimittel und Futtermittel eingesetzt. Probiotische Mikroorganismen sind zum Beispiel spezielle Arten von Milchsäurebakterien der Gattung Lactobacillus und Bifidobacterium. Insgesamt gibt es rund 20 bis 30 verschiedene Probiotikastämme. Ihnen gemeinsam ist es, dass sie die Passage durch den Magen mit seiner Magensäure und die Verdauungsenzyme im Darm unbeschadet überstehen. Sie siedeln sich dann zeitbegrenzt in der vorhandenen Darmflora an, in der bereits über 500 verschiedene Mikroorganismen ihre Verdauungsarbeit tun. Eingesetzt werden sie hauptsächlich, um die Lactose-Verdauung (Verwertung von Milchzucker) zu fördern, krankheitserregende Keime im Darm zu unterdrücken und die Dauer bestimmter Formen von Durchfall – vor allem durch Viren verursacht – zu verkürzen. Ebenso können sie Allergien, Neurodermitis und Infektionen bei Frühgeborenen positiv beeinflussen. Aus medizinischer Sicht ist eine positive Wirkung bisher jedoch nur bei wenigen Erkrankungen belegt. Neue Studien zeigen, dass Probiotika die seit Jahrzehnten zunehmende Allergierate bei Kindern senken können. Auch spezielle hypoallergene Babynahrung kann Allergien weitgehend verhindern – dabei scheinen Probiotika in Tablettenform (z.B. “Trium Viralis” in Multibionta™) eine bessere Wirkung auf das Immunsystem als Milchprodukte zu besitzen. Das Stillen mindestens bis zum sechsten Lebensmonat beugt Allergien allerdings nach wie vor am besten vor. Im Unterschied dazu sind Präbiotika spezifische unverdauliche Stoffe, die das Wachstum dieser Milchsäurebakterien in der Darmflora fördern und so die Abwehrfunktionen des Darmes und die Stoffwechselaktivität im Darmlumen möglicherweise verbessern können. Dazu gehören etwa Inulin, Oligofruktose, Galakto- und Soja-Oligosaccharide. Synbiotika sind Kombinationen von Pro- und Präbiotika, die deren Vorteile synergistisch in sich vereinigen sollen. Nach neuen Erkenntnissen haben Pro- und Präbiotika einen synergistischen Effekt und stärken die Immunmodulation im Darm. (teilw. aus Ärztezeitung) Ballaststoffe, Functional Food, Novel Food Probiotika und Mundgesundheit (zm, 2019) Quelle.