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Mundgesundheit

Synonym: Mundgesundheitsbezogene Lebensqualität (MLQ) · Englisch: oral health

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Mundgesundheit ist ein Oberbegriff für eine Kombination von physischen, psychischen und sozialen Aspekten im Bereich der Mundhöhle, ohne eine klare internationale Definition. Dem N.N. erscheint die Erklärung der Engländer Sheiham, A. und Spencer, J. (1997) am treffendsten: "Mundgesundheit ist die Fähigkeit, ein breites Spektrum an Nahrungsmitteln zu kauen und zu essen, deutlich zu sprechen, ein sozial akzeptables Lächeln sowie ein entsprechendes dentofaziales Profil zu besitzen, sich im Mundbereich wohl zu fühlen, frei von Schmerzen zu sein und einen frischen Atem zu haben." (auch WHO-Erklärung). Man unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Mundgesundheit: Primäre Mundgesundheit bedeutet, dass weder eine akute noch eine bereits behandelte Erkrankung der Zähne und des Zahnhalteapparates erkennbar ist. Dieser Zustand ist in den zivilisierten Ländern bei Erwachsenen nur äußerst selten anzutreffen (Karies ist z.B. eine Volkskrankheit). Sekundäre Mundgesundheit liegt vor, wenn entstandene Schäden zahnärztlich behandelt wurden und die Funktionsfähigkeit des Gebisses wiederhergestellt ist. Als die fünf Zeichen für gesunde Zähne gelten: keine Karies, kein Zahnstein, keine Plaque, gesundes Zahnfleisch, ein natürliches Weiß und frischer Atem. In Deutschland findet sich vor allem bei Kindern eine deutlich verbesserte Mundgesundheit sowie ein hoher zahnärztlicher Sanierungsgrad bei Erwachsenen. In Deutschland gehen weniger ältere Menschen regelmäßig zum Zahnarzt als Kinder. Zahnärzte klagen häufig über ein mangelndes Prophylaxebewusstsein bei älteren Menschen. Weniger als 50% der 65-Jährigen können als prophylaxe-geschult betrachtet werden. Weiter finden sich nur wenige Studien über die Effektivität von fluoridhaltiger Prophylaxe (Zahnpasta, Mundspülungen) bei älteren Menschen. Die meisten Daten zur Wirksamkeit fluoridhaltiger Zahncremes basieren auf Studien mit Kindern und Jugendlichen. Elektrische Zahnbürsten mit oszillierenden Bürstenköpfen waren in zahlreichen klinischen Studien dem manuellen Zähneputzen überlegen: Sie reduzierten Plaque und Zahnfleischbluten um 7% bzw. 17% effektiver und kommen dem im Alter nachlassenden manuellen Geschick entgegen. Bei den Kindern sind es 90 Prozent, die mindestens einmal jährlich den Zahnarzt aufsuchen, bei den älteren Menschen dagegen weniger als 70 Prozent. Die 5. Mundgesundheitsstudie des IDZ (DMS V): Von Oktober 2013 bis Juni 2014 wurden über 4.000 repräsentativ ausgewählte Personen unterschiedlicher Altersgruppen ausführlich befragt und zahnmedizinisch untersucht. Die DMS V ist die größte Analyse zur Mundgesundheit und zur zahnmedizinischen Versorgung in Deutschland. Die Daten werden alle sieben bis acht Jahre vom Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) im Auftrag der Bundeszahnärztekammer und der Kassenzahnärzlichen Bundesvereinigung erhoben. Als Wiederholungsuntersuchung gibt die DMS einen langfristigen Überblick über Zunahme oder Rückgang der oralen Erkrankungen. Sie liefert zentrale Daten für die Gesundheitsberichterstattung und die Versorgungsforschung. 6. Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS VI) gestartet (01-2021): Zahnfehlstellungen und Kieferanomalien bei Kindern standen zunächst im Fokus. Der Startschuss für die größte Mundgesundheitsstudie im deutschsprachigen Raum ist gefallen: Die "Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6) - Deutschland auf den Zahn gefühlt" heißt es seit diesem Monat. Dabei wird die Mundgesundheit ausgewählter Bürgerinnen und Bürger in der ganzen Bundesrepublik systematisch beurteilt. Pandemiebedingt findet die aktuelle Untersuchung unter Einhaltung strengster Hygienemaßnahmen statt.