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Functional Food

Synonym: Funktionelle Lebensmittel, angereicherte Lebensmittel, gesundheitsfördernde Nahrungsmittel · Englisch: functional food

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Functional Food bezeichnet Lebensmittel, die durch die gezielte Zugabe von Nährstoffen oder bioaktiven Substanzen so modifiziert wurden, dass sie neben ihrem Grundnährwert einen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen bieten sollen. Beispiele sind probiotische Joghurts, Omega-3-angereichertes Brot oder mit Vitaminen, Kalzium oder Eisen versetzte Getränke.

Merkmale und Ziele Funktionelle Lebensmittel sollen:

  • Das Risiko ernährungsbedingter Erkrankungen senken, beispielsweise durch den Einsatz cholesterinsenkender Pflanzensterine.
  • Das körperliche und geistige Wohlbefinden steigern, etwa durch die Förderung der Darmgesundheit durch probiotische Kulturen.
  • Gezielte ernährungsmedizinische Probleme adressieren, z. B. Vitamin-D-Mangel oder eine unzureichende Omega-3-Fettsäuren-Aufnahme.

Abgrenzung zu Arzneimitteln Die Frage, ob Functional Food noch als Lebensmittel einzustufen ist oder eher den Charakter eines Arzneimittels hat, bleibt offen. Lebensmittel unterliegen weniger strengen regulatorischen Anforderungen als Arzneimittel, und klinische Studien sind für den Nachweis der Wirkung in der Regel nicht erforderlich. Dies führt zu Unsicherheiten über die tatsächliche Wirksamkeit vieler Produkte.

Marktentwicklung und Wirtschaftspotenzial Der globale Markt für Functional Food wächst rasant und wird auf ein Potenzial von 230 Milliarden US-Dollar geschätzt. In Deutschland lag das Umsatzvolumen 2004 bei knapp einer Milliarde Euro, mit einem prognostizierten Marktanteil von bis zu 10 % des gesamten Nahrungsmittelmarktes. Milchprodukte dominieren den europäischen Functional-Food-Markt mit etwa 65 % Marktanteil.

Beispiele und Kritik Ein natürliches Beispiel für funktionelle Lebensmittel ist Muttermilch, die mit essenziellen Nährstoffen wie Lipiden angereichert ist und die Entwicklung des Gehirns fördert. Industrielle Functional-Food-Produkte, wie probiotische Joghurts, orientieren sich an diesen natürlichen Vorbildern.

Jedoch wird kritisiert, dass nicht alle Produkte einen wissenschaftlich belegten Nutzen haben. Produkte wie Brot mit Grüntee-Extrakt oder Quark mit Johanniskraut sprechen eher die Marketing-Vorstellungen gesundheitsbewusster Verbraucher an, ohne eine nachweisliche Wirkung zu bieten.

Zukunft und Herausforderungen Functional Food bietet eine vielversprechende Möglichkeit, ernährungsbedingte Gesundheitsprobleme gezielt zu adressieren. Jedoch ist eine verbesserte wissenschaftliche Fundierung der gesundheitsfördernden Effekte erforderlich, um Verbraucher vor irreführenden Versprechungen zu schützen. Eine klare Abgrenzung zu Nahrungsergänzungsmitteln und Arzneimitteln bleibt dabei eine zentrale Herausforderung.