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Pellicle

Synonym: Pellikel, Pellicula, Schmelzoberhäutchen, erworbenes Schmelzoberhäutchen

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Pellicle, Pellikel, auch “erworbenes Schmelzoberhäutchen” genannt, ist ein ca. 1 µm dickes Häutchen aus organischen Bestandteilen auf der Zahnkrone. Es wird als “erworben” bezeichnet, weil es keine Verbindung zum primären Schmelzoberhäutchen hat, das während des Zahnbildungsprozesses besteht. Die Pellicle stellt eine gewisse Schutzfunktion für den Zahn dar, da sie vom Speichel gebildet wird und als Bioschutzfilm fungiert. Sie schützt vor Säureangriffen auf den Zahn und dient als Reservoir für speichelbedingte Reparaturfunktionen. Durch zu starkes Zähneputzen oder die Zufuhr von Säuren, insbesondere aus der Nahrung, wird dieses Häutchen schnell zerstört. Bei einer zu geringen Speichelproduktion (Xerostomie) bildet sich nur eine unvollständige Pellicle. Besonders empfindlich reagieren freiliegende Zahnhälse auf das Fehlen der Pellicle, da ohne diesen schützenden Film die Dentinkanälchen offen liegen und die feinen Nervenendigungen des Zahnnervs chemischen und thermischen Einflüssen schutzlos ausgeliefert sind. Eine eher negative Eigenschaft der Pellicle ist, dass Bakterien darauf einen guten Nährboden finden. Zudem ist die Pellicle durch die Einlagerung von Farbstoffen für viele extrinsische Zahnverfärbungen verantwortlich.