Zum Hauptinhalt springen

Zahnoberhäutchen

Synonym: Schmelzoberhäutchen, Pellicle, Cuticula dentis · Englisch: enamel cuticle, Nasmyth's membrane, dental pellicle

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Das Zahnoberhäutchen, auch Pellicle oder Schmelzoberhäutchen genannt, ist ein dünner, unsichtbarer Film, der sich innerhalb weniger Minuten nach der Reinigung auf der Oberfläche des Zahnschmelzes bildet. Es besteht hauptsächlich aus Speichelproteinen, Lipiden und geringen Mengen anderer organischer Substanzen.

Eigenschaften und Funktion: Das Zahnoberhäutchen hat mehrere wichtige Funktionen:

  • Schutz des Zahnschmelzes: Es bildet eine physikalische Barriere gegen Säureangriffe, die durch Nahrungsmittel oder bakterielle Stoffwechselprodukte entstehen.
  • Regulation der Demineralisation und Remineralisation: Es wirkt als Austauschmedium für Mineralien wie Kalzium und Phosphat zwischen Speichel und Zahnschmelz.
  • Ansatzpunkt für Plaque: Trotz seiner Schutzfunktion dient das Pellicle als Haftgrund für Bakterien und leitet die Bildung von Plaque ein.

Klinische Bedeutung: Das Zahnoberhäutchen ist bei der Prävention von Zahnerkrankungen von Gewicht. Es schützt den Schmelz vor Erosionen und trägt zur Remineralisation bei. Allerdings bietet es auch eine Basis für bakterielle Anlagerungen, was die Plaqueentstehung begünstigt. Daher ist eine regelmäßige mechanische Entfernung von Plaque durch Zähneputzen erforderlich, um die Ansammlung schädlicher Mikroorganismen zu verhindern.