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Distraktionsosteotomie

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Kallusdistraktion, Knocheninduktion durch Osteodistraktion, Osteodistraktion, von Distraktion = Auseinanderziehen o. Strecken, engl.: distraction osteotomy, (callus) o. (bone) distraction o. Bone Spreading; Methode zur "Verlängerung" des Knochens im Sinne einer Knochenneugewinnung; vornehmlich heute in der ZHK in der Implantologie angewandt (= Distraktionsimplantat). Wegen der Tragedauer der Apparatur im Mund (auch nach der Distraktion noch ca. 3 Monate) nur selten angewandt und auf spezielle Fälle beschränkt. Während eines längeren Zeitraums (Wochen bis Monate) werden - nach chirurg. Trennung - die beiden entstanden Knochenstücke (Knochensegmente) mittels Schraubapparatur unter Spannung langsam und kontinuierlich voneinander "wegbewegt". So wird im Unterkiefer ein Wert von max. 1 mm/Tag angegeben. Der sich im Spalt befindliche Kallus verknöchert mit der Zeit - neuer Knochen ist entstanden. Die D. ermöglicht es auch, effektive Veränderungen des Gesichtsprofils in Weichteil schonender Weise - z.B. Korrektur eines zurückverlagerten Kinns ("Vogelgesicht") - vorzunehmen. "Bis Ende der 80er Jahre wurden zu kurze Kieferknochen durch Knochenstücke aus der Hüfte oder einer Rippe verlängert. Da bei diesem Verfahren das Wachstumsverhalten des neuen Knochenstückes nie vorausgesehen werden konnte, griffen die Kieferchirurgen, wie einige Jahre zuvor bereits Unfallchirurgen und Orthopäden, auf die Arbeiten des Russen Ilisarov zurück. Er hatte entdeckt, dass sich der Kallus, der sich bei einem Bruch bildet, durch entsprechende Apparaturen dehnen lässt. Dazu wird der Abstand der beiden Knochenbruchstücke von einem Edelstahlgerüst, das auf die jeweiligen Knochenstücke aufgeschraubt ist, schrittweise vergrößert. Nach abgeschlossener Dehnungsphase bleibt das neue Knochenstück noch einige Zeit fixiert, um zu verknöchern. Mit dieser Kallus-Distraktion ist ein nahezu unbegrenztes Knochenwachstum möglich. Die Bonner Kieferchirurgen haben die bisher äußerlich angebrachte Vorrichtung zur Knochenfixierung und Kallusdehnung weiterentwickelt und für eine rein intraorale Anwendung angepasst. Zunächst wird der Kiefer an einer bestimmten Stelle während einer Operation gebrochen, um dann die zahnbrückenartige Klammer aufzusetzen und zu befestigen. Nach Kallusbildung wird der Knochen täglich mit einer Schraube um 1 mm gedehnt. Durch das neue Verfahren werden die Weichteile im Gesicht nicht mehr verletzt und deshalb entstehen keine Narben. Gleichzeitig ist der Tragekomfort für den Patienten erheblich angenehmer. Erste Testuntersuchungen an Schweinen waren so erfolgreich, dass im Frühjahr diesen Jahres erstmals ein Patient mit diesem Gerät erfolgreich behandelt wurde. (aus einer Pressemitteilung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)" In der ZHK bestehen für die D. vor allem als Einsatzmöglichkeiten Gesichtsfehlbildungen u. -asymetrien im jugendlichen Alter, sowie Gewebsdefizite im Alveolarfortsatzbereich (" Alveolarfortsatzdistraktion ") im Rahmen prä-implantologischer Versorgungen. Von der Technik her existieren intra- und extraorale Apparaturen: Intraorale Apparaturen führen zu weniger Einschränkungen bei Schlaf und der Freizeitaktivität, erschweren allerdings Nahrungsaufnahme und Mundhygiene. Als Nachteil der extraoralen Technik gilt zudem eine mögliche Narbenbildung. Augmentation, Einlagerungsosteoplastik, Gaumennahterweiterung, Genioplastik, Gerüstimplantat, Implantat, Osteosynthese, sagittale Spaltung Distraktionsosteogenese und Einzelzahnsegmentosteotomie (zm, 2022) Mehr Luft durch Distraktionsosteogenese (zm 2015) Bone Spreading – erfolgreicher Knochengewinn (ZWP, 2020) Knochenersatzmaterialien und periimplantärer Knochen, (ZWP, 2017) Bone Splitting und Bone Spreading als minimalinvasives Verfahren, (ZWP, 2012)