Einlagerungsosteoplastik
Synonym: Knochentransplantation, Sinusbodenelevation · Englisch: interpositional bone grafting
Die Einlagerungsosteoplastik ist ein kieferchirurgisches Verfahren zur Behandlung von Knochendefekten im Kieferbereich oder zur Vorbereitung eines Implantatbetts durch den gezielten Aufbau von Kieferknochen. Sie wird häufig im Rahmen eines Sinuslifts im Oberkieferseitenzahnbereich eingesetzt. Das Ziel ist die Wiederherstellung des Knochenvolumens durch die Einbringung von autogenem Knochen oder Knochenersatzmaterial.
Anwendungsbereiche:
- Korrektur von Knochendefekten: Etwa nach Unfällen, Resektion von Zysten oder Tumoren.
- Implantatvorbereitung: Schaffung eines stabilen Implantatlagers, insbesondere im Bereich reduzierter Knochenhöhe.
Verfahren und Techniken:
- Einlagerungsosteoplastik (Sinuslift):
- Knochen oder Knochenersatzmaterial wird an den Boden der Kieferhöhle transplantiert.
- Anwendung primär im Oberkieferseitenzahnbereich.
- Auflagerungsosteoplastik:
- Knochen wird auf einen atrophierten Kieferkamm transplantiert.
- Erfordert größere autogene Knochenstücke (z. B. aus dem Beckenkamm), die fixiert und von mobilisierter Schleimhaut abgedeckt werden.
- Knochen wird zwischen vorhandenen Knochenanteilen eingebracht.
- Erhaltung der ursprünglichen Knochenoberflächenstruktur, häufig im Frontzahnbereich.
- Geeignet nur bei ausreichender Restknochenstärke (ca. 8 mm).
- Distraktionsosteogenese:
- Knochen wird durch kontinuierliche Dehnung gespalten, und der entstehende Spalt füllt sich mit körpereigenem Gewebe (Kallus).
- Aufgrund der langen Tragedauer der Distraktionsapparatur selten angewandt.
Materialien:
- Autogener Knochen: Bevorzugt bei großen Defekten aufgrund der biologischen Integration.
- Knochenersatzmaterialien: Verwendung bei kleineren Defekten oder als Zusatz.
Die Wahl der Methode hängt von der Größe des Knochendefekts, der Lokalisation und den individuellen Voraussetzungen des Patienten ab. Die Einlagerungsosteoplastik ist ein zentraler Bestandteil der modernen Kieferchirurgie und ermöglicht die Wiederherstellung der Funktion und Ästhetik des Kieferbereichs.