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Osteosynthese

Synonym: Verschraubung · Englisch: osteosynthesis

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Osteosynthese ist das operative Zusammenfügen von Knochenteilen, das chirurgisch nach einer Knochen- (oder Kiefer-)fraktur oder Osteotomie durchgeführt wird, nachdem diese in die richtige Stellung (reponiert) wurden. Es wird zwischen funktionsstabiler (sofortige, uneingeschränkte Kau-Funktion) und übungsstabiler Osteosynthese unterschieden. Konventionell wird sie mittels Drahtnähten, Schrauben oder Metallplatten aus Stahl oder Titan durchgeführt – im Kieferbereich meist mit sehr kleinen Platten (Miniplatten-Osteosynthese), um die Knochensegmente in ihrer (angenäherten) ursprünglichen Stellung zu fixieren. Nachteilig hierbei können eine Behinderung des Wachstums, Temperaturempfindlichkeit, Wanderung der Platten sowie die Notwendigkeit eines zweiten Eingriffs sein. In jüngerer Zeit wird auch auf resorbierbare Materialien auf Polylactidbasis (BiosorbFX®, Bionx Implants®) zurückgegriffen, die diese Nachteile nicht mehr aufweisen sollen. Eine Verschraubung der Fragmente erfolgt nach Möglichkeit bei Quer- oder kurzen Längsfrakturen durch paarweise parallel zur Längsachse des Knochens angeschraubte Platten (Laschenverschraubung, tap screw joint). Bei Substanzdefekten wird die Osteosynthese mit Knochenzementen oder Knochenersatzmaterialien kombiniert (sog. Verbund-Osteosynthese, Osteoplastik). Der Vorteil der Osteosynthese ist die baldige Belastbarkeit. Dabei wird zwischen sofortiger Beübung (Bewegung ohne Belastung = übungsstabil), Teilbelastung (= teilbelastungsstabil) und voller Belastung (= belastungsstabil) unterschieden.