Genioplastik
Synonym: Kinnkorrektur, Kinnplastik, plastisch-chirurgische Kinnkorrektur · Englisch: genioplasty, chin plastic surgery
Die Genioplastik ist ein chirurgisch-plastischer Eingriff zur Korrektur der Kinnkontur. Der Begriff leitet sich von "Genio" (griechisch für Kinn oder Unterkiefer) ab. Ziel der Genioplastik ist die ästhetische und funktionelle Verbesserung des Kinns in allen drei Raumebenen, was durch verschiedene operative Techniken erreicht wird.
Indikationen:
- Ästhetische Anpassung einer zu prominenten (Makrogenie) oder zu wenig ausgeprägten Kinnpartie (Mikrogenie).
- Korrektur asymmetrischer Kinnformen.
- Verbesserung der Harmonie von Untergesicht und Profil.
- Ergänzende Maßnahme bei kieferorthopädischen oder chirurgischen Behandlungen, z. B. nach Dysgnathie-Operationen.
Chirurgische Verfahren:
- Augmentation: Vergrößerung des Kinns mittels Implantaten (z. B. Silikon) oder autologem Knochenmaterial, das häufig aus der Becken- oder Rippenregion entnommen wird.
- Distraktionsosteogenese: Knochenverlängerung durch langsame, gezielte Distraktion des Knochens, um größere Volumenänderungen zu erreichen.
- Scheibenosteotomie: Gezielte Umformung oder Verlagerung des Kinnsegments durch das Abtrennen eines Knochenstücks und dessen Neupositionierung.
Zugang und Durchführung: Die Genioplastik wird meist intraoral durchgeführt, d. h. der Zugang erfolgt über die Mundhöhle, um sichtbare äußere Narben zu vermeiden. Der Eingriff erfordert präzise Planung mittels Bildgebung (z. B. 3D-Röntgen) und erfolgt in der Regel unter Vollnarkose.
Risiken und Nachsorge: Zu den möglichen Komplikationen zählen Infektionen, Nervenverletzungen mit Sensibilitätsstörungen im Unterlippen- und Kinnbereich sowie Unregelmäßigkeiten in der Knochenheilung. Nach dem Eingriff sind eine Schonung der Mundregion und eine weiche Ernährung essenziell, um die Heilung zu fördern.
Die Genioplastik ermöglicht eine deutliche Verbesserung der Ästhetik und Symmetrie des Gesichts sowie eine Steigerung der Lebensqualität für Patienten mit funktionellen oder ästhetischen Kinnanomalien.