Zum Hauptinhalt springen

Knochenheilung

Synonym: Knocheneinheilung, Knochenregeneration · Englisch: bone, bony union

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Knochenheilung beschreibt komplexe biomechanische Wiederherstellungsvorgänge im defekten Knochen, die in mehreren Phasen ablaufen. Sowohl Fehl- als auch Überbelastungen, mangelnde Blutversorgung, Infektionen und altersbedingte Faktoren können eine verzögerte Heilung oder sogar eine Fehlheilung (Pseudarthrose) verursachen. Die initiale Knochenheilung ist dabei entscheidend für den weiteren Verlauf der Frakturheilung.

Nach einer Zahnextraktion beträgt der mittlere Verlust der horizontalen Kieferkamm-Breite 3,8 mm, während der vertikale Verlust in der Höhe durchschnittlich 1,24 mm innerhalb von sechs Monaten nach der Extraktion ausmacht.

Bei Knochenbrüchen wird – je nach Art und medizinischer Versorgung – zwischen primärer und sekundärer Knochenheilung unterschieden. Die primäre Heilung, auch als direkte Knochenheilung bezeichnet, erfolgt durch Anlagerung von neugebildetem Knochengewebe ohne äußere Kallusbildung. Die sekundäre Heilung verläuft unter Bildung von Faserknorpel, der durch aktivierte Osteoblasten verknöchert und anschließend während des Remodellings wieder abgebaut wird.

In der zahnärztlichen Chirurgie ist die Knochenheilung nach einer Zahnextraktion ein klassisches Beispiel. Hierbei wird die leere Alveole (Knochendefekt) durch Wundheilungsprozesse wieder aufgefüllt. Bei der Einheilung eines Knochenimplantats erfolgt die Heilung durch Integration des transplantierten Gewebes oder der Knochenersatzmaterialien im chirurgisch vorbereiteten Knochenlager. Dies umfasst das Einwachsen von Gefäßsprossen und knochenbildenden Zellen. Das Implantat dient dabei als Gerüst für den neu entstehenden Knochen.

Die Einheilung von Implantaten ist ein spezieller Prozess innerhalb der Knochenheilung.