Zungenbrennen
Synonym: Glossodynie, Burning-Mouth-Syndrom (BMS), brennende Zunge · Englisch: glossopyrosis, Burning-Mouth Syndrome (BMS)
Zungenbrennen bezeichnet brennende Schmerzen oder ein wundes Gefühl im Bereich der Zunge, oft verbunden mit Geschmacksstörungen und verminderter Speichelbildung. Es kann als Begleitsymptom verschiedener Erkrankungen oder als eigenständige Erkrankung, bekannt als „Burning-Mouth-Syndrom“ (BMS), auftreten.
Als Begleitsymptom tritt Zungenbrennen häufig bei Infektionen auf, wenn sich Bakterien oder Pilze in Vertiefungen der Schleimhaut ansiedeln. Auch Verhornungsstörungen wie Lichen planus oder Leukoplakie, mechanische Irritationen durch schlecht sitzende Zahnprothesen oder überstehende Kronen und Füllungen, Herpesinfektionen sowie systemische Erkrankungen wie Vitamin-B12-Mangel, Diabetes oder HIV können ursächlich sein.
Beim Burning-Mouth-Syndrom handelt es sich hingegen um eine chronische Schmerzstörung unklarer Ursache. Neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass psychische Faktoren wie Depressionen, Angststörungen oder Stress eine zentrale Rolle spielen.
Die Symptome äußern sich durch ein anhaltendes Brennen, insbesondere im vorderen und mittleren Bereich der Zunge, oft begleitet von Trockenheit, einem pelzigen Gefühl oder Geschmacksstörungen. Die Diagnose erfolgt durch Anamnese, klinische Untersuchung und Ausschluss möglicher lokaler oder systemischer Ursachen.
Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Infektionen oder mechanische Reize werden gezielt behandelt, während das Burning-Mouth-Syndrom häufig den Einsatz von Psychopharmaka wie Antidepressiva erfordert. Ergänzend können symptomatische Maßnahmen wie Speichelersatzmittel oder Lokalanästhetika Linderung verschaffen. Die Prognose hängt stark von der Ursache ab: Während organische Faktoren oft gut behandelbar sind, erfordert das Burning-Mouth-Syndrom eine langfristige, interdisziplinäre Therapie.
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