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Leukoplakie

Synonym: orale, Leukoplakia, Weißschwielenkrankheit · Englisch: leukoplakia

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Leukoplakie ist eine weißliche Veränderung der Mundschleimhaut, die nach der WHO-Definition von 2005 als epitheliale Präkanzerose beschrieben wird. Sie wird folgendermaßen definiert: "Weißer, meist scharf begrenzter, nicht abwischbarer Fleck auf der Schleimhaut, der keiner anderen definierten Krankheit zugeordnet werden kann. Leukoplakie ist ein rein klinischer Begriff ohne pathohistologische Bedeutung." Die weiße, nicht abwischbare Verfärbung entsteht durch eine vermehrte Wasseraufnahme des Epithels, bedingt durch eine verstärkte Verhornung in diesem Gebiet. Differentialdiagnostisch abzugrenzen sind: oraler Lichen planus, Candidiasis, Morsicatio buccarum (Wangen- oder Lippenbeißen), Leuködem, Leukokeratosis nicotina, Interkalarlinie, Verruca vulgaris und verruköses Karzinom. Die Prävalenz der als Präkanzerose angesehenen Erkrankung variiert stark in unterschiedlichen Populationsgruppen. So liegt diese beispielsweise in der indischen Bevölkerung zwischen 1,55 % und 3,28 %, während sie bei weißen Amerikanern 2,89 % und bei indianischstämmigen Menschen 11,7 % beträgt. Neben den ethnologischen Faktoren bestehen zahlreiche Assoziationen zu externen Einflüssen wie Alkohol- und Tabakkonsum sowie dem Kauen von Betelnüssen. Leukoplakien werden am häufigsten bei Männern mittleren oder älteren Lebensalters beobachtet. Eine gesicherte Diagnose kann nur durch Biopsie und histopathologische Untersuchung erfolgen; in der Praxis erfolgt sie jedoch meist durch Beobachtung nach Ausschaltung der bekannten Reizfaktoren (Beobachtungszeitraum 2-4 Wochen). Eine Sonderform ist die idiopathische Leukoplakie, bei der ätiologische Faktoren nicht bekannt sind. Die meisten Leukoplakien (~ 92-97 %) unterliegen keinem Übergang in ein bösartiges Stadium und bilden sich zurück, sobald die auslösenden Faktoren beseitigt sind. Ein höheres Risiko für einen Übergang in eine bösartige Erkrankung besitzen dabei nicht-homogene leukoplakische Veränderungen, Candida-infizierte Leukoplakien sowie nicht-keratinisierte Leukoplakien, wie beispielsweise an der Zunge. Eine Therapie – chirurgische, lasertechnische und medikamentöse Verfahren – gilt von der Akzeptanz her als problematisch, da die Veränderungen meist symptomlos sind, aber das Potenzial zur malignen Entartung in sich bergen. Obwohl die Standardbehandlung der oralen Leukoplakie von engmaschigen Kontrollen bis zur vollständigen Resektion reicht, ist der Stellenwert der jeweiligen Behandlungen unklar. So kann z.B. eine komplette Resektion der Leukoplakie nicht das hohe Risiko für ein aggressives Mundhöhlenkarzinom und Tod durch Mundhöhlenkrebs verringern.