Mundhöhlenkarzinom
Synonym: Mundhöhlenkrebs, Mundkrebs, orales Karzinom, oraler Tumor · Englisch: oral cancer, Oral cavity carcinoma
Mundhöhlenkarzinom zeichnet sich durch eine hohe Mortalität und eine schlechte Prognose aus. Zudem wird die Diagnose in vielen Fällen zu spät gestellt. Besonders die endophytischen (nach innen wachsenden) Karzinome können lange unauffällig sein. Die ZM berichtete 2021: “Diese bösartigen Neubildungen treten als unterschiedliche Erkrankungsformen auf, sehr häufig als Plattenepithelkarzinom (87 Prozent) oder als Adenokarzinom (4 Prozent), an Schleimhaut, Mundboden, Zunge, Rachen, Lippe oder Speicheldrüsen. Männer erkranken häufiger und im Durchschnitt drei Jahre früher als Frauen. Frauen weisen mit 63 Prozent im Vergleich zu Männern mit 47 Prozent eine höhere relative 5-Jahres-Überlebensrate auf.” Verschiedene Risikofaktoren für ein Mundhöhlenkarzinom werden beschrieben, im Vordergrund stehen dabei der chronische Tabak- und Alkoholkonsum (Maligne Trias: “Rauchen, Saufen und nicht Putzen”), Kauen der Betelnuss und die Infektion mit humanen Papillomviren. Weiter gilt eine Parodontitis als unabhängiger Risikofaktor für die Entstehung des Plattenepithelkarzinoms der Mundhöhle. Doch bei fast 15 Prozent der Karzinome in der Mundhöhle ist der Auslöser unbekannt. Die Inzidenz von Plattenepithelkarzinomen bei jüngeren Patienten (Bevölkerungsschicht der unter 45-Jährigen) ist deutlich gestiegen. Dabei scheinen Alkohol- und Tabakkonsum keine so dominante ätiologische Rolle zu spielen wie bei älteren Patienten. Jährlich erkranken in Deutschland ca. 10.000 Menschen an einem Mundhöhlenkarzinom.