PRP
Synonym: autologes Thrombozytenkonzentrat
PRP, engl. Abk. von Platelet-Rich-Plasma, bezeichnet (patienteneigenes) angereichertes plättchen- oder thrombozytenreiches Plasma, ein Konzentrat von Thrombozyten in einem kleinen Restvolumen Blutplasma, das durch Zentrifugation von Patientenblut hergestellt werden kann. Die in den a-Granula der Thrombozyten enthaltenen Wachstumsfaktoren sind die eigentlichen wirksamen Bestandteile des PRPs, die bei der Aktivierung der Thrombozyten freigesetzt werden. Zu ihnen gehören PDGF (platelet-derived growth factor), TGF-b 1+2 (transforming growth factor b 1+2), IGF (insulin-like growth factor), bFGF (basic fibroblast growth factor), EGF (epidermal growth factor) und VEGF (vascular endothelial growth factor). Seit den 70er Jahren ist bekannt, dass im Blut Bestandteile enthalten sind, die die Regenerationsfähigkeit von Knochen und Gewebe unterstützen (schnellere Reifung und bessere Qualität des gebildeten Knochens). Dieses spezielle Plasma wird meist in Blutbanken im Rahmen der Transfusionsmedizin aus Spenderblut gewonnen (mittels Vollblutzentrifugation oder maschineller Pherese); es ist neuerdings auch während der Operation in einer (zahn-)ärztlichen Praxis aus dem Eigenblut des Patienten gewinnbar. PRP bewirkt eine verbesserte Knochenregeneration sowie eine deutlich schnellere Weichgewebsheilung. Um das regenerative Potenzial des PRPs voll ausschöpfen zu können, wird dem Konzentrat zumindest in geringen Mengen autologer Knochen zugesetzt. In der Parodontologie konnte durch eine Kombination von synthetischem PDGF und IGF, die beide im PRP enthalten sind, eine signifikante Förderung der Knochenregeneration nachgewiesen werden. In jüngster Zeit wurde der Einsatz von aktiviertem Plättchen-Gel (AGP, ähnlich der Fibrinmembran aus Platelet Poor Plasma) als autologer Fibrinkleber und für den Wundverschluss entdeckt; es lassen sich für die Zukunft neben der Knochenregeneration eine Vielzahl neuer Indikationen für den PRP-Einsatz erwarten. Allerdings darf PRP – wie in publikumswirksamen Laienmedien häufig geschehen – nicht als „Wundermittel“ angesehen werden. Der Zeitraum bis zum Beginn der Knochenbildung wird nicht verkürzt, sondern die Knochenreifung vom Geflechtknochen zum Lamellenknochen beschleunigt, wodurch sowohl Knochendichte als auch Knochenqualität deutlich verbessert werden. Dadurch besteht die Möglichkeit, früher zu implantieren oder Implantate früher zu belasten, keinesfalls jedoch, diese durch PRP-Techniken sofort voll zu belasten. Weiterhin sind zum jetzigen Zeitpunkt (2008) unter Evidenzaspekten noch keine gesicherten Aussagen über einen zusätzlichen Nutzen in der Knochenregeneration möglich.