Zum Hauptinhalt springen

Bone Morphogenetic Protein

Synonym: BMP, knochenbildungsanregende Eiweißverbindung(en), Knochenmatrixproteine, knocheninduktive Materialien · Englisch: Bone Morphogenetic Protein

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Bone Morphogenetic Proteins (BMPs) sind eine Gruppe von Wachstumsfaktoren, die zur Familie der Transforming Growth Factor-beta (TGF-β) gehören und eine zentrale Rolle bei der Knochenbildung und -regeneration spielen. Sie fördern die sogenannte Osteoinduktion, d. h. die Differenzierung von Vorläuferzellen zu Osteoblasten, die für den Aufbau von neuem Knochengewebe verantwortlich sind. BMPs werden sowohl im natürlichen Heilungsprozess des Körpers als auch therapeutisch zur Regeneration von Knochen und Weichgewebe eingesetzt.

In der Zahnmedizin und Implantologie werden BMPs bei Knochenaufbauverfahren verwendet, z. B. zur Behandlung von Knochendefekten, die durch Zahnverlust oder Kieferatrophie entstanden sind. BMP-2 und BMP-7 sind die am häufigsten verwendeten Varianten und werden häufig in Kombination mit Trägermaterialien wie Kollagen oder synthetischen Materialien eingesetzt, um die kontrollierte Freisetzung und lokale Wirkung zu gewährleisten. Diese Proteine fördern die Knochenneubildung und bieten eine Alternative zur Knochenverpflanzung, da sie die körpereigene Knochenheilung anregen.

BMPs sind als biotechnologisch hergestellte Proteine zugelassen und werden durch rekombinante DNA-Technologie produziert. Die Anwendung ist jedoch aufgrund möglicher Nebenwirkungen wie Überwachstum des Knochens oder Entzündungsreaktionen auf bestimmte Indikationen beschränkt. In der Forschung wird weiterhin an der Optimierung und sicheren Anwendung von BMPs gearbeitet, um deren Potenzial in der regenerativen Zahnmedizin und Orthopädie auszubauen.