Tablettenfluoridierung
Synonym: Fluoridtabletten, Fluoridprophylaxe mit Tabletten, orale Fluoridierung · Englisch: tablet fluoridation
Die Tablettenfluoridierung beschreibt die Verwendung von Fluoridtabletten als Form der systemischen Fluoridzufuhr. Sie wird häufig in den ersten beiden Lebensjahren in Kombination mit Vitamin D zur Karies- und Rachitisprophylaxe eingesetzt. Um die optimale Wirkung zu erzielen, sollten die Tabletten im Mund zergehen gelassen werden, da die regelmäßige lokale Anreicherung am Zahn nach heutigem Kenntnisstand wesentlich effektiver ist als die systemische Zufuhr von Fluoriden. Dadurch wird die ursprünglich systemische Zufuhr zu einer lokalen Applikation. Im Gegensatz zur Trinkwasserfluoridierung ermöglicht diese Methode eine exakte und individuelle Dosierung. Allerdings werden als Nachteile der Gewöhnungseffekt an Tabletten im frühen Kindesalter und das Risiko des Vergessens der Einnahme genannt. Nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen wird die generelle Anwendung von Fluoridtabletten bei normalem Kariesrisiko und guter Mundhygiene in Industrieländern nicht mehr empfohlen. Vor der Einnahme sollte eine Fluoridanamnese durchgeführt werden. Die Kombination aus fluoridhaltiger Zahnpasta und fluoridiertem Speisesalz führt zu einer geringeren systemischen Fluoridzufuhr, bietet aber eine höhere Wirksamkeit und ein geringeres Risiko für Fluorosen. Dies gilt auch, wenn die Zahnpasta vollständig verschluckt wird. Fluoridtabletten sollten nur dann verabreicht werden, wenn keine fluoridhaltige Zahnpasta verwendet und kein fluoridiertes Speisesalz konsumiert wird. In diesem Fall sind die Dosierungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) zu beachten. Außerdem sollten Fluoridtabletten nur auf ärztlichen Rat hin und nach einer Fluoridanamnese eingenommen werden.