Trinkwasserfluoridierung
Englisch: water fluoridation
Trinkwasserfluoridierung (TWF) ist die gezielte Anreicherung des Leitungswassers mit Fluoriden (meist auf 1 mg/Liter) als kariesprophylaktische Maßnahme. Sie zählt zu den passiven, kollektiven Karies-Prophylaxemaßnahmen. Nach Angaben der WHO wird dadurch eine Kariesreduktion von 40-60% erreicht. Diese Methode, die seit jeher umstritten ist (Zwangsmedikation!), wobei nur maximal 10 % der beigesetzten Fluoride den menschlichen Körper erreichen, wurde nach Beendigung einer Pilotstudie in den 60er Jahren in Kassel in Deutschland verboten. Führend auf diesem Gebiet war der Kanton Basel (Stadt, Schweiz), der 1959 die TWF einführte, jedoch im Jahr 2003 wieder abschaffte, mit der Begründung, dass der Nutzen in der Kariesprophylaxe wissenschaftlich nicht erwiesen sei und die Fluoride durch hohe Streuverluste von 99 Prozent die Umwelt unnötig belasten würden. Basel steht heute mit dieser einst weit verbreiteten Maßnahme “einsam und allein da”. Als Alternative wird die gängige Basisfluoridierung durch Kochsalz empfohlen. Die tägliche (natürliche) Fluoridaufnahme über nicht angereichertes Trinkwasser ist in Deutschland gering: Mehr als 90 Prozent des Leitungswassers enthalten weniger als 0,3 mg/Liter, wobei regionale Variationen vorhanden sind. Die zuständigen Gesundheitsämter oder Landesbehörden können hierzu Auskunft geben. Zum Vergleich: Meerwasser enthält in einem Liter rund 1 mg Fluorid.