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Fluoridanamnese

Synonym: Fluoridaufnahme-Anamnese, Fluoridexpositionsbewertung · Englisch: fluoride intake history

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die Fluoridanamnese ist eine in den letzten Jahren zunehmend geforderte Maßnahme zur systematischen Erhebung der natürlichen Fluoridquellen und der bereits bestehenden Fluoridzufuhr, bevor Fluoride zusätzlich verabreicht werden. Hintergrund dieser Forderung ist die heute weit verbreitete multiple Fluoridexposition, der die Bevölkerung durch Trinkwasser, Limonaden, Tee, Lebensmittel und andere Produkte ausgesetzt ist. Diese multiple Exposition erschwert die Bewertung der Wirksamkeit einzelner Fluoridierungsmaßnahmen.

Studien, wie die von Prof. Wetzel (Gießen, 2000), haben gezeigt, dass viele Produkte therapeutisch wirksame Mengen an Fluorid enthalten, teilweise über 2,0 ppm, ohne dass dies auf den Verpackungen deutlich deklariert wurde. Diese „unsichtbare“ Aufnahme von Fluorid macht eine umfassende Anamnese notwendig, um eine mögliche Überdosierung und die damit verbundene Gefahr von Dentalfluorosen (weißen bis braunen Flecken auf dem Zahnschmelz) zu vermeiden.

Unter Berücksichtigung aller Fluoridquellen wird eine tägliche Gesamt-Fluoridaufnahme als optimal angesehen, die alters- und gewichtsabhängig variiert. Diese Empfehlungen sollen sicherstellen, dass genügend Fluorid für die Kariesprophylaxe aufgenommen wird, ohne dabei die Schwelle zur Überdosierung zu überschreiten.

Zusammenfassung: Die Erhebung der Fluoridanamnese ist ein wichtiger Bestandteil einer individuellen Beratung zur Fluoridprophylaxe. Sie ermöglicht eine präzise Anpassung der Fluoridzufuhr und trägt so zur effektiven und sicheren Vorbeugung von Zahnerkrankungen bei.