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Plaquehemmung

Synonym: Plaquereduktion, Plaquekontrolle, Plaqueprävention · Englisch: plaque inhibiting (agents), Plaque inhibition

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Plaquehemmung, auch als Antiplaquemittel oder “Anti-Plaque-Wirkung” bezeichnet, umfasst Medikamente oder Stoffe (oft pflanzlicher Basis), die übermäßige Plaquebildung unterdrücken sollen (sogenannte chemische Plaquekontrolle). Diese werden gelegentlich als “chemische Zahnbürste” bezeichnet. Da chemische Mittel auch die gesunde, für die Körperabwehr wichtige Plaque beeinträchtigen können, gelten sie nur als vorübergehende Notfallmaßnahme, wenn mechanische Mundhygiene, etwa durch Zähneputzen, nicht möglich ist (zum Beispiel nach Zahnfleischbehandlungen). Als Goldstandard gilt die Anwendung von Chlorhexidin (z.B. 2 x 10 ml 0,2-prozentig = 40 mg Tagesdosis); daneben kommen auch Zinnfluorid und Triclosan in Betracht. Naturheilkundliche Ansätze nutzen Gallotannine, wie sie in Nelkenwurz (Geum urbanum) oder der Virginischen Zaubernuss (Hamamelis virginiana) vorkommen, sowie Triterpensaponine aus der Süßholzwurzel (Glycyrrhiza glabra) oder den Blättern des Grünen (Schwarzen) Tees (Camellia sinensis). Zukunftsperspektive: Beim Anheften an den Zahnschmelz verwenden Kariesbakterien sogenannte Alpha-Glucane. Das Blockieren dieser Substanzen könnte deren Anlagerung verhindern. Da einige Glucane einem Verdauungsenzym des Speichels ähneln, das Stärke zersetzt, könnte das Hemmen dieser Hilfsstoffe die Stärkeverarbeitung unterbrechen. Forscher arbeiten daher verstärkt daran, gezielt die Alpha-Glucane zu blockieren.