Kaugummi
Synonym: Kaugummi · Englisch: chewing gum, bubblegum
Kaugummi ist ein Produkt, das entweder aus veredeltem natürlichem Latex (Chiclegummi) oder synthetisch hergestellt wird. Der erste Kaugummi wurde 1869 in New York verkauft. Kaugummis bestehen im Wesentlichen aus einer Kaubasis. Bei normalem Kaugummi (Chewing Gum) überwiegt der Wachsanteil, bei Ballon-Kaugummi (Bubble Gum) der Anteil an gummiartigen Stoffen. Angeblich kauten schon die Steinzeitmenschen Gummiklümpchen, und bei Ausgrabungen in Schweden fand man Harzklümpchen mit eindeutigen Abdrücken von menschlichen Zähnen. Der "Papyrus Ebers" (vor ca. 3.500 Jahren niedergeschrieben, vor 140 Jahren in einem Grab in Theben gefunden) erwähnt ein Mittel gegen Mundgeruch: Kügelchen aus Myrrhe, Weihrauch, Melone und anderen Zutaten wurden zur Mundhygiene gekaut. Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte Thomas Adams (ein Amerikaner) eine aus dem Latexsaft des mittelamerikanischen Sapotillbaumes gewonnene elastische und weiche Substanz, Chicle, die auch heute noch in der Kaugummiindustrie verwendet wird. Fast gleichzeitig beschäftigte sich auch William Wrigley mit dieser Kausubstanz und gründete eine Kaugummifirma.
So genannte Zahnpflegekaugummis ersetzen zwar nicht das Zähneputzen, sind aber eine wertvolle Ergänzung dazu, besonders wenn unterwegs keine Gelegenheit zu klassischen Mundhygienemaßnahmen besteht. Bewiesen ist, dass das Kauen von speziellen Kaugummis mit dem Zuckeraustauschstoff Xylit nach den Mahlzeiten die Remineralisation des Schmelzes fördern und damit Karies vorbeugen kann. Ebenso können auch zuckerhaltige Kaugummis, die mindestens 20 Minuten lang nach der Mahlzeit gekaut werden, Karies vorbeugen. Voraussetzung dafür ist ein ausreichendes Fluoridangebot im Speichel.
Nach zweistündigem Kauen von Kaugummi steigen die Flussrate und der pH-Wert des Speichels im Vergleich zu unstimuliertem Speichel beträchtlich an. Im unstimulierten Zustand ergibt sich keine Veränderung des Speichelflusses über zwei Stunden (durchschnittlich 0,39 ml/min). Nach Kaugummikonsum hingegen steigt die Rate zunächst steil an, um dann nach 35 Minuten auf ein Plateau von durchschnittlich 0,94 ml/min zu fallen. Bei unstimuliertem Speichel bewegt sich der pH-Wert im Bereich von 6,71–6,9. Nach Kaugummikonsum steigt der Wert auf durchschnittlich 7,35.
Ebenfalls lässt sich mit Hilfe von Kaugummis, die Kalzium und Phosphat freisetzen, die Dentintubuli verschließen und so "überempfindliche Zähne" (Hypersensibilitäten) wirkungsvoll reduzieren.
2014 betrug der Umsatz mit Kaugummis in Deutschland 646 Millionen Euro. 900 Millionen Euro kostete es, die ausgespuckten Kaugummis wieder zu entfernen.