Zahnmedizinische Fachhelferin
Synonym: ZMF, Zahnmedizinische Fachangestellte mit Weiterbildung · Englisch: dental specialized assistant, dental specialist assistant
Die Zahnmedizinische Fachhelferin (ZMF) ist eine qualifizierte Fachkraft, die durch eine systematische und umfassende Aufstiegsfortbildung gemäß § 46 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) ihre Kompetenzen über die grundlegenden Aufgaben einer Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) hinaus erweitert hat. Die Fortbildung umfasst mindestens 700 Unterrichtsstunden und wird auf Grundlage der Fortbildungs- und Prüfungsordnung der zuständigen Stelle (in der Regel die Zahnärztekammer) durchgeführt. Der Abschluss erfolgt durch eine Prüfung vor der zuständigen Stelle gemäß § 46 Abs. 1 BBiG.
Die ZMF ist eine spezialisierte Mitarbeiterin, die den Zahnarzt durch die Übernahme delegierter Tätigkeiten in verschiedenen Bereichen der zahnärztlichen Praxis unterstützt. Zu ihren Tätigkeitsfeldern gehören:
- Begleitende Beratungs- und Behandlungsmaßnahmen:
- Durchführung von Maßnahmen im Bereich der Prävention und Therapie, z. B. Unterstützung bei der Individualprophylaxe, Anleitung zur Mundhygiene und Durchführung professioneller Zahnreinigungen.
- Assistenz bei konservierenden, chirurgischen und prothetischen Behandlungen sowie die Durchführung delegierter Aufgaben unter Verantwortung des Zahnarztes.
- Praxisverwaltung und -organisation:
- Planung und Steuerung von organisatorischen Abläufen in der Zahnarztpraxis, einschließlich Terminmanagement und Materialwirtschaft.
- Übernahme verantwortlicher Tätigkeiten in der Patientenverwaltung, Abrechnung (nach GOZ/BEMA) und Dokumentation.
- Individualprophylaxe:
- Durchführung von Prophylaxemaßnahmen, wie die Erstellung und Umsetzung individueller Prophylaxepläne, Fluoridierungsmaßnahmen und Fissurenversiegelung.
- Patientenaufklärung und Motivation zur nachhaltigen Verbesserung der Mundgesundheit.
- Konservierende, chirurgische und prothetische Zahnheilkunde:
- Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung von Behandlungen, einschließlich der Betreuung von Patienten vor, während und nach den Eingriffen.
- Delegierte Maßnahmen, wie das Anfertigen von Abformungen, das Einsetzen von Provisorien oder die Nachsorge.
Die Aufstiegsfortbildung zur ZMF setzt eine abgeschlossene Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) sowie einschlägige Berufserfahrung voraus. Ziel ist es, die ZMF als zentrale Schnittstelle zwischen Zahnarzt, Team und Patienten zu qualifizieren, um die Qualität der Patientenversorgung zu optimieren und die organisatorischen Prozesse in der Zahnarztpraxis effizient zu gestalten.