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Penicillin

Synonym: Antibiotikum, Beta-Lactam-Antibiotikum, klassisches Antibiotikum, Betalaktamantibiotikum

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Penicillin ist ein natürlich vorkommendes Antibiotikum, das erstmals 1928 von Alexander Fleming entdeckt wurde, als er bemerkte, dass der Schimmelpilz Penicillium notatum das Wachstum von Bakterien hemmt. Penicillin gehört zur Gruppe der Beta-Lactam-Antibiotika, die durch ihre chemische Struktur, insbesondere den Beta-Lactam-Ring, gekennzeichnet sind. Es wird hauptsächlich zur Behandlung bakterieller Infektionen eingesetzt, die durch empfindliche Mikroorganismen verursacht werden. Penicillin wirkt, indem es die Bildung der bakteriellen Zellwand hemmt. Da die Zellwand ein wesentlicher Bestandteil der Bakterien ist, führt das Fehlen einer stabilen Wand zum Absterben der Bakterienzelle. Dieses Prinzip macht Penicillin bakterizid (bakterientötend). Penicillin ist besonders wirksam gegen grampositive Bakterien wie Streptokokken, Pneumokokken und Staphylokokken, sowie gegen einige gramnegative Bakterien und andere Mikroorganismen. Es wird häufig bei Infektionen der Atemwege, Haut, Ohren, Harnwege, und auch bei bestimmten sexuell übertragbaren Krankheiten wie Syphilis eingesetzt. Trotz seiner Wirksamkeit ist die Resistenz gegen Penicillin weltweit ein wachsendes Problem. Einige Bakterien haben Mechanismen entwickelt, um Penicillin zu inaktivieren, wie die Produktion von Beta-Lactamasen, Enzymen, die den Beta-Lactam-Ring des Antibiotikums spalten. Um diesem Problem zu begegnen, wurden verschiedene Penicillin-Derivate entwickelt, wie z.B. Amoxicillin und Methicillin, die eine verbesserte Wirkung gegen resistente Bakterien aufweisen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören allergische Reaktionen wie Hautausschlag, Juckreiz oder, in schweren Fällen, Anaphylaxie. Auch Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Bauchschmerzen sind möglich. Zudem kann eine langfristige Anwendung von Penicillin das Gleichgewicht der Mikroflora im Körper stören und zu Pilzinfektionen führen. Penicillin sollte nur unter ärztlicher Aufsicht und entsprechend der Verschreibung verwendet werden, um die Entstehung von Resistenzen zu verhindern und die Sicherheit des Patienten zu gewährleisten.