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Salzfluoridierung

Synonym: Kochsalzfluoridierung, Speisesalzfluoridierung · Englisch: salt fluoridation, fluoridation of table salt

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Die Salzfluoridierung ist eine heute gebräuchliche Methode zur systemischen und lokalen Fluoridzufuhr zur Kariesprophylaxe. Sie wurde 1955 in der Schweiz eingeführt. Dabei wird handelsüblichem Speisesalz etwa 250 mg Fluoridverbindung pro Kilogramm Salz zugesetzt, meist in Form von Natrium- oder Kaliumfluorid. Bäckereien, die Lebensmittelindustrie, Restaurants und Kantinen dürfen solches angereichertes Salz nur mit besonderer Genehmigung verwenden.

Da der tägliche Kochsalzbedarf eines Menschen ab dem dritten Lebensjahr gewichtsabhängig relativ konstant ist – die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene einen oberen Richtwert von sechs Gramm Kochsalz pro Tag – lässt sich die Fluoridaufnahme gut dosieren. Eine Vergiftung durch Überdosierung ist bei normalem Konsum ausgeschlossen. In Deutschland ist fluoridiertes Salz seit 1991 erlaubt und wird überwiegend in Kombination mit Jod angeboten. Es gilt als sinnvoller Baustein der Kariesprophylaxe. Mit einem Marktanteil von 69 % war fluoridiertes Jodsalz im Jahr 2008 das meistgekaufte Haushaltssalz. Weltweit wird geschätzt, dass etwa 300 Millionen Menschen, davon ca. 80 Millionen in Europa, regelmäßig diese Präventionsform nutzen (Stand: 2011).

Fachleute empfehlen heute (Stand: 2009) ein spezifisches Dosierungsschema, das jedoch von einer vorherigen Fluoridanamnese abhängig ist. Studien zeigen, dass Speisen, die mit fluoridiertem Speisesalz zubereitet wurden, bis zu 30 Minuten nach dem Verzehr die Fluoridkonzentration im sogenannten Mischspeichel (eine Kombination aus natürlichem Speichel und aufgelöstem Kochsalz aus den Speisen) signifikant erhöhen. Diese Wirkung entspricht der nach einer gründlichen Zahnreinigung mit fluoridierter Zahnpasta. Ohne diese Ergänzungen liegt die Fluoridkonzentration unter fluoridarmen Bedingungen (keine fluoridierte Zahnpasta, kein angereichertes Speisesalz usw.) im Durchschnitt bei nur 0,02 mg/l. Dieser Wert lässt sich durch eine systemische Fluoridzufuhr (z. B. Fluoridtabletten) nur geringfügig steigern.

Fluoridtabletten sollten nur dann nach den Dosierungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) verabreicht werden, wenn keine fluoridhaltige Zahnpasta verwendet wird und auch kein fluoridiertes Speisesalz zum Einsatz kommt. Zudem sollten Fluoridtabletten ausschließlich auf ärztlichen Rat und nach einer Fluoridzufuhranamnese eingesetzt werden.

Für die Herstellung und den Vertrieb von fluoridiertem Speisesalz in Deutschland ist eine Ausnahmegenehmigung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) erforderlich. Diese legt fest, dass pro Kilogramm Salz maximal 250 mg Kalium- oder Natriumfluorid zugesetzt werden dürfen. Das im Handel erhältliche Jodsalz mit Fluorid darf weiterhin nur in Haushaltspackungen verkauft werden. In Mensen und Kantinen ist der Einsatz von fluoridiertem Salz mit einer Ausnahmegenehmigung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) erlaubt, in der Gastronomie jedoch nicht.