Hepatitis
Synonym: Leberentzündung
Hepatitis ist in der Regel eine durch einen Virus hervorgerufene Leberentzündung. Klinisch wird nach dem Verlauf eine akute von einer chronischen Hepatitis unterschieden. Etwa 500 Millionen Menschen sind mit Hepatitis infiziert, was weltweit jeder Zwölften Person entspricht. Die „klassischen“ Virushepatitiden werden unterteilt in:
- Hepatitis A
- Hepatitis B
- Hepatitis C (bis 1988 als Non-A-Non-B-Hepatitis bezeichnet)
- Hepatitis D (nur in Verbindung mit Hepatitis B)
- Hepatitis E
Weltweit sterben etwa eine Million Menschen jährlich an schweren Leberschäden als Folge einer chronischen Hepatitis-B-Erkrankung. Nach Schätzungen von Experten tragen in Deutschland zwischen 400.000 und 500.000 chronisch infizierte Menschen das Hepatitis B-Virus in sich. Hunderte sterben jedes Jahr an den Folgen.
Das Hepatitis C Virus (HCV) ist ein einzelsträngiges RNA-Virus und gehört zur Gruppe der Flaviviren, zu der auch die Erreger von Gelbfieber, Dengue-Fieber und FSME zählen. Es ist einer der wichtigsten Erreger der infektiösen Leberentzündung in der Medizin. Meist gelangt das Virus über einen Nadelstich in den Körper oder über Blut-Blut-Kontakt. Alle Alkohole und Desinfektionsmittel wirken bei der Beseitigung des Virus. Das Virus ist jedoch bei Raumtemperatur relativ stabil und kann sich zum Beispiel drei Wochen lang in einer Flüssigkeit halten.
Obwohl die akute Infektion meist unbemerkt bleibt, entwickeln 50 bis 80 Prozent der Infizierten eine chronische Erkrankung. Zur Bekämpfung von Virusinfektionen verfügt der Körper unter anderem über eine spezielle „Polizeitruppe“: die sogenannten NK-Zellen (natural killer cells), die in der Lage sind, virusbefallene Zellen zu erkennen und abzutöten. In der Leber sind diese Zellen normalerweise reichlich vorhanden, doch das Hepatitis C Virus kann diese erste Abwehrfront des Immunsystems gezielt ausschalten.
Wissenschaftler haben 2003 herausgefunden, dass Hepatitis C durch Küssen oder die gemeinsame Benutzung einer Zahnbürste übertragen werden kann. Im Speichel von Patienten konnten Spuren des Virus nachgewiesen werden. Es wird angenommen, dass dieser Speichel ansteckend sein kann, wobei Menschen mit Zahnfleischerkrankungen am meisten gefährdet sind. Das Virus wurde besonders bei Personen mit Zahnfleischproblemen nachgewiesen. Wenn das Zahnfleisch nach dem Zähneputzen blutet, können kleine Bluttropfen im Speichel zurückbleiben.
Ein Zahnarzt, bei dem ein chronischer Hepatitis-C-Trägerstatus besteht, kann mit einem beruflichen Tätigkeitsverbot belegt werden, da von einem Verletzungsrisiko bei invasiv-operativen zahnärztlichen Tätigkeiten und dentalchirurgischen Eingriffen ausgegangen werden muss. Auch wenn das Verletzungsrisiko als eher gering eingeschätzt wird, so ist es dennoch vorhanden und kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, auch nicht durch das Tragen doppelter Schutzhandschuhe, so das Verwaltungsgericht Berlin, Az.: 14 A 66/02.
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