Cephalosporine
Englisch: cephalosporins
Cephalosporine sind eine Gruppe von Betalaktamantibiotika, die strukturell und funktionell mit Penicillinen verwandt sind. Sie hemmen die bakterielle Zellwandsynthese, indem sie die Transpeptidase blockieren, ein Schlüsselenzym beim Aufbau der Peptidoglykanstruktur. Im Vergleich zu Penicillinen weisen Cephalosporine ein breiteres Wirkungsspektrum auf, sind jedoch unwirksam gegen Enterokokken und manche Anaerobier. Zudem sind sie stabil gegenüber Penicillinasen, den von Bakterien gebildeten Enzymen, die Penicilline inaktivieren.
Historie: 1945 isolierte Giuseppe Brotzu in Sardinien den Pilz Cephalosporium acremonium (heute Acremonium), dessen Filtrate in der Lage waren, Staphylokokken-Kulturen zu hemmen. Dieses natürliche Antibiotikum wurde weiterentwickelt, wodurch die Cephalosporine entstanden.
Klassifikation und Anwendung: Cephalosporine werden in Generationen unterteilt, die sich durch ihr Wirkungsspektrum unterscheiden:
-
- Generation: Wirksam gegen grampositive Bakterien (z. B. Cefalexin, Cefadroxil).
-
- und 3. Generation: Erweitertes Spektrum, auch gegen gramnegative Erreger (z. B. Cefaclor, Ceftriaxon).
-
- Generation (Cephamycine): Wirksam gegen resistente Bakterien und Anaerobier.
Die Zufuhr erfolgt meist parenteral (Injektion), da die orale Bioverfügbarkeit bei vielen Cephalosporinen gering ist.
Bedeutung in der Zahnmedizin: In der Zahnheilkunde spielen Cephalosporine eine untergeordnete Rolle. Aufgrund des spezifischen Erregerspektrums und der bevorzugten Einsatzgebiete in der allgemeinen Medizin (z. B. bei Harnwegsinfektionen, Atemwegsinfektionen oder Sepsis) werden sie selten für dentogene Infektionen verschrieben. Penicilline oder andere Alternativen wie Clindamycin sind hier in der Regel vorzuziehen.
Schlagwörter