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Zungenbelag

Englisch: tongue plaque, tongue coating

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Der Zungenbelag stellt eine Anlagerung von Zellen, Lebensmittelresten und Bakterien auf der Oberfläche der Zunge dar und gilt als Indikator für die allgemeine Gesundheit des Verdauungstrakts und des Gesamtorganismus. Personen mit Zungenbelag weisen eine bis zu 25-fach höhere Bakteriendichte auf der Zunge auf. Es wird zwischen zwei Formen des Zungenbelags unterschieden:

  1. Natürlicher Belag: Dieser entsteht aus geringen Mengen abgestorbener Zellen, Lebensmittelresten und Bakterien, die durch den natürlichen Kau- und Schluckvorgang kontrolliert und entfernt werden.

  2. Pathologischer Zungenbelag ("belegte Zunge"): Hierbei handelt es sich um eine krankhafte Anhäufung von Zell- und Nahrungsresten sowie Bakterien, oft begleitet von Mundgeruch. Die Ursache kann in verschiedenen Grunderkrankungen liegen, unter anderem:

  • Scharlach: Gekennzeichnet durch eine Erdbeer- oder Himbeerzunge mit schmierigen, weißlichen Belägen infolge einer Streptokokken-Infektion der Zungenpapillen.
  • Diphtherie: Typisch ist ein süßlich riechender, hellgrauer Belag (Pseudomembran) auf leicht blutender Schleimhaut, verursacht durch Corynebacterium diphtheriae.
  • Typhus: Blaugrau-weißlicher oder schwarzer Zungenbelag mit hochroten Zungenrändern.
  • Cholera: Dunkelgrauer bis schwarzer Belag auf einer geschwürigen Zunge mit hochroten Rändern.
  • Mundsoor: Membranöse, schwer abwischbare Beläge (Lakunen) mit geröteten Rändern, ausgelöst durch Pilzinfektionen (Candida albicans).
  • Allgemeinerkrankungen: Ein weißlicher Belag, bedingt durch abgestorbene Epithelzellen, tritt häufig bei verminderter Nahrungsaufnahme auf, da die mechanische Selbstreinigung der Zunge eingeschränkt ist.