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Kumarin

Synonym: Cumarin, Hemmstoff bei der Blutgerinnung, Vitamin-K-Antagonist · Englisch: cumarine, coumarine

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Kumarin: Cumarinderivate wie Phenprocoumon (Marcumar®) oder Warfarin (Coumadin®) werden weit verbreitet zur Vermeidung von Thromboembolien eingesetzt. Das bekannteste therapeutische Präparat ist Marcumar®, ein Derivat des K. Die blutgerinnungshemmende Wirkung dieser Medikamente beruht auf einer Strukturähnlichkeit mit Vitamin K.

Die Wirkung der Cumarin-Derivate resultiert daraus, dass sie an das menschliche Eiweiß VKORC1 andocken und so die Blutgerinnung senken. Sie gehören zu den wichtigsten Medikamenten zur Dämpfung der Gerinnungsneigung des Blutes bei Patienten mit erhöhtem Risiko, Blutgerinnsel zu bilden. Jährlich werden mehr als 2,7 Millionen Packungen dieser Medikamente mit den Wirkstoffen Phenprocoumon oder Warfarin in deutschen Apotheken abgegeben.

Als Gegenmittel zur Normalisierung der Blutgerinnung wirkt Vitamin K, dessen Wirkung jedoch erst nach 12-24 Stunden eintritt. Bei lebensbedrohlichen Zuständen kommen Prothrombin-Komplex-Konzentrate (PPSB) zum Einsatz. Vitamin K ist jedoch nicht wirksam bei Thrombozytenaggregationshemmern.

In jüngerer Zeit wird bei der Einnahme von Blutverdünnern und Antibiotika zu besonders sorgfältigem Vorgehen geraten, da das Blutungsrisiko bei bestimmten Antibiotika um das Fünffache erhöht sein kann.

Bei den neueren Blutgerinnungshemmern, den NOAKs (z.B. Dabigatran), wurde das dabigatranbindende Antikörper-Medikament Idarucizumab (Handelsname Praxbind) im Oktober 2015 in den USA und im November in der EU als erstes Antidot für einen der neuen Gerinnungshemmer zugelassen.