Quick-Wert
Synonym: Quick-Test, Blutgerinnungstest, Qu.-Test, Prothrombin-Thromboplastin-Zeit · Englisch: Quick's (blood coagulation) test
Der Quick-Wert, benannt nach dem Arzt und Biochemiker A. J. Quick, wurde im Jahr 1935 erstmals als Labortest zur Kontrolle der Gerinnungsfähigkeit des Blutes beschrieben. Hierbei wird Zitratplasma mit einem Überschuss an Gewebsthrombokinase und Calciumionen inkubiert; die Dauer bis zum Eintritt der Gerinnung hängt von der Aktivität der Blutgerinnungsfaktoren I, II, V, VII und X ab. Als normal gelten Werte von 70 bis 130 Prozent; dies entspricht einem INR-Wert (s. u.) zwischen 0,9 und 1,2. Hauptsächlich wird der Quick-Test bei Patienten angewandt, die als Infarkt- oder Embolie-Prophylaxe gerinnungshemmende Medikamente einnehmen (zur Überwachung einer Antikoagulantien-Therapie). Dabei orientiert sich der sogenannte Quick-Wert an der Blutgerinnungszeit gesunder Personen: Deren Blutplasma gerinnt zwischen 11 und 16 Sekunden, was als 100 % angesehen wird. Kleinere zahnärztliche Eingriffe (z. B. Extraktionen) sind ab einem Quick-Wert von etwa 30 % ohne größere Nachblutungsgefahr möglich. In neuerer Zeit wird verstärkt der von der WHO empfohlene INR-Wert (International Normalized Ratio) angewandt. Dieser gibt das Verhältnis zwischen der Gerinnungszeit des Patientenplasmas und der eines sogenannten Normalplasmas unter Berücksichtigung des Empfindlichkeitsfaktors (ISI = International Sensitivity Index, der den Bezug zum Standardthromboplastin der Weltgesundheitsorganisation herstellt) an. Hiernach sind kleinere chirurgische Eingriffe bei Werten um 2,5 möglich. Der Bestimmung des Quick-Wertes wird eine geringere Aussagekraft nachgesagt, da die Abweichungen von Labor zu Labor – bedingt durch Art und Charge des verwendeten Thromboplastins – sehr groß sind. Verlässlich sei nur der INR-Wert, da er immer zu einem standardisierten Referenzplasma bestimmt wird. Man kann daraus wieder den Quick-Wert ableiten: Der INR-Wert verhält sich umgekehrt wie der Quick-Wert (siehe Grafik). Mit abnehmendem Quick-Wert wird der INR größer, das heißt, die Gerinnungszeit verlängert sich und die Blutungsgefahr nimmt zu. Mit zunehmendem Quick-Wert wird die INR kleiner, was eine kürzere Gerinnungszeit und eine erhöhte Thrombosegefahr bedeutet. Eine feste Formel zur Umrechnung des Quick-Wertes in den INR-Wert ist auch näherungsweise nicht möglich. Bei zahnmedizinischen Eingriffen unter oraler Antikoagulation stellt sich die Frage, ob man diese pausiert und ob gegebenenfalls eine andere Antikoagulation (in der Regel niedermolekulares, subkutan verabreichtes Heparin) erforderlich ist. Dabei muss das Risiko perioperativer Blutungen gegen das Risiko thrombembolischer Ereignisse abgewogen werden. In jüngerer Zeit (2013) wird bei der Einnahme von Blutverdünnern und Antibiotika zu besonders sorgfältigem Vorgehen bei der Auswahl der Präparate geraten, da das Blutungsrisiko bei bestimmten Antibiotika um das Fünffache erhöht sein kann (http://dx.doi.org/10.1160/TH13-09-0723).