Gesundheitswesen
Synonym: Gesundheitssystem in D · Englisch: health care system in Germany
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren zum 31. Dezember 2011 rund 4,9 Millionen Menschen in Deutschland und damit etwa jeder neunte Beschäftigte im Gesundheitswesen tätig. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, gab es 2011 rund 87 000 mehr Arbeitsplätze im Gesundheitswesen als 2010. Das entspricht einem Beschäftigungswachstum von 1,8 %. Der positive Beschäftigungstrend der letzten fünf Jahre setzte sich damit auch 2011 weiter fort. Zwischen 2006 und 2011 wuchs die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen um insgesamt 457 000 Personen oder 10,2 %. Zusätzliche Arbeitsplätze gab es im Jahr 2011 wie in den Vorjahren vor allem in Gesundheitsdienstberufen (+ 45 000): Hier stieg beispielsweise die Zahl der Ärztinnen/Ärzte und der Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/-pfleger um jeweils 8 000. In den sozialen Berufen gab es 23 000 zusätzliche Stellen, die fast alle auf die Altenpflege entfielen. In den anderen Berufen des Gesundheitswesens (beispielsweise Verwaltungsfachleute und Reinigungskräfte) gab es 17 000 Arbeitsplätze mehr als im Vorjahr. Im Jahr 2011 arbeiteten rund 2,2 Millionen Beschäftigte in der ambulanten und rund 2,0 Millionen Beschäftigte in der (teil-)stationären Gesundheitsversorgung. Weitere 700 000 Beschäftigte arbeiteten beispielsweise in der Verwaltung oder dem Gesundheitsschutz. In den ambulanten Einrichtungen erhöhte sich die Beschäftigtenzahl gegenüber 2010 um 37 000: Mehr Beschäftigte gab es insbesondere in Praxen sonstiger medizinischer Berufe - hier arbeiten beispielsweise Physio- und Ergotherapeutinnen/-therapeuten (+ 17 000) - und in der ambulanten Pflege (+ 9 000). In den (teil-)stationären Einrichtungen stieg die Zahl der Beschäftigten insgesamt um 41 000. Hier gab es Zuwächse vor allem in der (teil-) stationären Pflege (+ 25 000) und in den Krankenhäusern (+ 16 000). Rückläufig waren die Beschäftigten in der Verwaltung. Hier gab es 3 000 Arbeitsplätzen weniger als im Vorjahr. Von den 4,9 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen waren 43,9 % teilzeit- oder geringfügig beschäftigt. Die Zahl der auf die volle tarifliche Arbeitszeit umgerechneten Beschäftigten, die so genannten Vollkräfte, lag im Jahr 2011 bei rund 3,7 Millionen. Sie erhöhte sich gegenüber 2010 um 59 000, das entspricht - wie bereits im Vorjahr - einem Anstieg von 1,6 %. Diese und viele weitere gesundheitsbezogene Daten finden sich auch unter der Adresse www.gbe-bund.de. Die Gesundheitssysteme in Europa gleichen sich einander an. Motor dieser Harmonisierung auf niedrigem Niveau ist die Europäische Kommission, die vor allem den Wettbewerb präferiert. Sie zielt in ihren Aktionsbereichen unter anderem auf eine Verbesserung der Information zur Entwicklung der öffentlichen Gesundheit, die rasche Reaktion auf Gesundheitsgefahren und eine Koordination mit anderen Politikbereichen (Forschung, Umwelt, Statistik etc.) hin. Allerdings: Die EU-Osterweiterung stellt die europäischen Gesundheitssysteme vor die Herausforderung der Harmonisierung medizinische Leistungen in einem erweiterten Europa zu vergleichbaren Standards unabhängig von Nationalität und Ort. Unklar ist, wie es z.B. die neun neuen Beitrittsländer (ab 1.4.2004) schaffen sollen, nach einer Übergangsphase ein ähnliches Qualitätsniveau wie die Gesundheitssysteme der alten Mitgliedsstaaten zu erreichen. Unklar ist aber auch, wie dieses Qualitätsniveau überhaupt bewertet werden soll. Formuliert ist der Anspruch an die Gesundheitssysteme der EU-Länder in der Grundrechtscharta relativ allgemein: "Jede Person hat das Recht auf Zugang zur Gesundheitsvorsorge und auf ärztliche Versorgung nach Maßgabe der einzelstaatlichen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten. Der Europa-Gesundheitskonsumenten-Index sagt für 2008 (Quelle zm-online): "Deutsche Medizin rutscht ab - "Phantastischer Zugang zu Gesundheitsleistungen - aber überraschend mittelmäßige medizinische Ergebnisse." So lautet das Urteil des Europäischen Gesundheitskonsumenten-Index, der in Brüssel veröffentlicht wurde. Im Vergleich aller europäischen Länder rutscht Deutschland danach vom dritten auf den sechsten Platz ab, es erreicht 740 von 1.000 möglichen Punkten. An der Spitze stehen die Niederlande mit 839 Punkten, gefolgt von Dänemark, Österreich, Luxemburg und Schweden. Die höchsten Gesundheitsausgaben pro Kopf zwischen 4.300 und 4.500 Dollar jährlich leisten sich Norwegen, die Schweiz und Luxemburg - und nur Luxemburg landet davon in der Leistungsspitze. Deutschland liegt mit knapp 3.400 Dollar auf Platz 8, nur wenig teurer ist die Versorgung in den Niederlanden, die dieses Jahr den Spitzenreiter bei der Konsumentenfreundlichkeit erreichen. Deutschland hinkt dabei vor allem bei der Stärkung der Eigenverantwortung der Patienten hinterher, obwohl man bei den Wartezeiten zusammen mit Luxemburg und der Schweiz die besten Ergebnisse erzielte. Ein Problem für Deutschland ist die hohe MRSA-Infektionsrate. "Deutschland sollte sein Hauptaugenmerk auf die Stärkung der Patientenrechte und Patienteninformation legen. Die nicht allzu positiven medizinischen Ergebnisse sollten verbessert werden", erklärte Dr. Arne Björnberg, Forschungsleiter des Europa-Gesundheitskonsumenten-Index. Innerhalb von Europa gibt es erstaunliche Veränderungen: Estland hat binnen weniger Jahre einen steilen Aufstieg auf das Niveau von Frankreich und Finnland geschafft - bei noch bescheidenen Gesundheitsausgaben von unter 900 Dollar pro Kopf und Jahr. Ungarn und Tschechien haben sich inzwischen vor Italien platziert. Weit abgeschlagen auf den unteren Plätzen landen Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Mazedonien und Lettland. Sie geben fast alle weniger als 1.000 Dollar pro Kopf aus." Bürgerversicherung, Gesundheitskosten, Zuzahlungen_europäischer Vergleich statistische Zahlen des Gesundheitswesens in D Gesundheitsausgaben auf neuem Rekordstand (zm, 2021) WHO-Datenbank "Gesundheit für alle" mit zahlreichen europäischen Informationen (in Deutsch) EU Manual of Dental Practice (in engl.; 408 S.) oder ©: Council of European Dentists (CED) Vergleiche in Europa (© Bundesministerium); Vergleich private Krankenversicherung - und Gesundheitsversorgungs-Systeme in Europa Graphik: Deutsche Ärztezeitung Zusammensetzung Leistungsausgaben der GKV alte B.-Länder 2005 Zahnarztdichte, BRD, 2007 Zahnarztzahlen: 1992 - 2007 Beschäftigungs- zahlen ZÄ im Vergleich mit anderen Berufen (2009)
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