Bürgerversicherung
Synonym: Solidarische Gesundheitsversicherung · Englisch: Universal Health Insurance
Die Bürgerversicherung ist ein vorgeschlagenes Modell zur Reform des Krankenversicherungssystems in Deutschland. Sie zielt darauf ab, die derzeitige Trennung zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) zu überwinden, um ein einheitliches und solidarisch finanziertes System für alle Bürger zu schaffen. Die Bürgerversicherung soll es ermöglichen, dass alle Personen – unabhängig von ihrem Beruf oder Einkommen – in dasselbe Versicherungssystem einzahlen und die gleichen Leistungen erhalten.
Ein wesentliches Prinzip der Bürgerversicherung ist die solidarische Finanzierung, bei der Beiträge einkommensabhängig erhoben werden. Dadurch sollen soziale Gerechtigkeit und eine nachhaltige Finanzierung des Gesundheitssystems gewährleistet werden. Die Bürgerversicherung würde Selbständige, Beamte und Freiberufler in die Pflicht nehmen, in dasselbe System einzuzahlen, in dem bisher nur pflichtversicherte Arbeitnehmer, Rentner und Arbeitslose versichert sind.
Befürworter der Bürgerversicherung argumentieren, dass eine solche Reform zu mehr Kostenstabilität und einer gleichmäßigeren Verteilung der Gesundheitsausgaben führen würde. Kritiker hingegen befürchten eine Schwächung des Gesundheitsmarktes, mögliche Leistungseinschränkungen und den Verlust des bisherigen Wettbewerbs zwischen GKV und PKV. Auch Fragen zur Finanzierung, insbesondere hinsichtlich der Beitragsbemessungsgrenze und des Zusatzbeitrags, sowie zur Zukunft der privaten Krankenversicherer sind zentrale Diskussionspunkte.
Die Einführung einer Bürgerversicherung wird seit Jahren politisch kontrovers debattiert und ist Gegenstand zahlreicher Reformvorschläge im deutschen Gesundheitswesen. Befürworter sehen in der Bürgerversicherung einen wichtigen Schritt zur Vereinfachung und zur Verbesserung der Zugänglichkeit des Gesundheitssystems für alle Bürger.