Überkronungsrisiko
Englisch: crown risk
Überkronungsrisiko Grundsätzlich stellt jede Überkronung eines vitalen Zahnes ein Risiko für die Pulpa dar. Nach Kerschbaum (Köln, 1998) muss nach fünf Jahren in vier Prozent der Fälle mit einem Granulom, nach zehn Jahren in 15 Prozent der Fälle mit dem Verlust der Vitalität gerechnet werden. Ursache hierfür ist hauptsächlich die unausweichliche großflächige Eröffnung der Dentinkanälchen während der Präparation und die damit verbundene Verletzung der Odontoblastenfortsätze. Dabei gilt, je dichter die Präparation in die Nähe der Pulpa reicht und je größer die Durchmesser der Dentinkanälchen sind, desto leichter können Schädigungen entstehen. Nicht nur die Präparation selbst, sondern jeder Arbeitsschritt von der Abformung über die Herstellung des Provisoriums bis zum Eingliedern der Arbeit kann den Zahnnerv belasten. Gerade bei einer jugendlichen Pulpa ist bei der Präparation besondere Vorsicht geboten, da die Dentinkanälchen und die Pulpa selbst (noch) relativ groß sind. Es sollte deshalb ein deutlich größerer Abstand zur Pulpa eingehalten werden als beim Dentin eines Erwachsenenzahnes, dessen Kanälchen durch Anlagerung von Hartsubstanz im Bereich der Kanalwand einen kleineren Durchmesser aufweisen und dessen Dentinstärke generell größer ist.