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RDA-Wert

Aus zahnärztlicher Feder, gepflegt von Dr. Louis Bahlmann, Zahnarzt in KölnStand: Fachlich geprüft von Dr. Louis Bahlmann am

Der RDA-Wert (engl. Abk. für Radioactive Dentin Abrasion) ist ein Maß für die abtragende Wirkung (Abrasivität) der Putzkörper einer Zahnpasta auf das Zahnbein (Dentin) bei „standardisiertem“ Putzen gegen eine definierte Charge eines Vergleichsstoffs. 1976 wurde er von der ADA eingeführt und ist seit 1998 in der DIN EN ISO 11609 „Zahnpasten“ festgelegt. Die Quantifizierung erfolgt durch die Bestimmung der Aktivität des beim Putzen abgetragenen, zuvor radioaktiv markierten Dentins. Dieser Wert hängt unter anderem von der Härte, Größe und Oberflächenstruktur der Putzkörper ab, die der Zahnpasta beigemengt werden. RDA-Werte von 30 gelten als gering abrasiv („zahnschonend“), Werte zwischen 70 und 80 als mittel-abrasiv und Werte über 100 als stark abrasiv; einige Zahnweißzahncremes erreichen zur Entfernung von Verfärbungen sogar RDA-Werte von bis zu 150. Der gesetzliche Grenzwert liegt bei 250, welcher von Experten als überaus schädlich angesehen wird, weshalb ein Maximum von 100 gefordert wird. Zahnpasten mit Werten über 80 sollten keinesfalls regelmäßig angewendet werden. Ein gewisser Abrieb ist allerdings notwendig, um Ablagerungen zu entfernen (siehe unter „Reinigungsleistung“). Durch eine ausgewogene Rezeptur (RDA ca. 30–70) kann die Abrasion verringert werden, ohne das Reinigungspotenzial stark zu beeinträchtigen. In-vitro-Putzversuche haben gezeigt, dass eine Zahnpasta einen RDA-Wert unter 50 aufweisen sollte, damit die Abrasion nicht zu groß ist. Andererseits ist ein RDA-Wert von mehr als 35 wünschenswert, damit überhaupt eine ausreichende Reinigung erzielt wird. Von der Abrasion betroffen sind nicht nur Schmelz und Dentin, sondern auch Füllungen sowie besonders verschiedene Versiegelungen. Die Angabe des Wertes auf dem Produkt ist gesetzlich nicht geregelt (Stand 2017), und eine weltweite Standardisierung der Messungen existiert nicht. Die Abrasivität am Zahnschmelz wird durch den sogenannten REA-Wert (Radioactive Enamel Abrasion) angegeben. Weitere Untersuchungsmethoden sind EPP (Enamel Polishing Potential = Schmelz-Polier-Potenzial), die Profilometrie (zur Ermittlung von Rauigkeiten und Substanzverlust der Zahnoberfläche) sowie die kostengünstige Messung der Kupferabrasion (die Mohs-Härte von Kupfer ist mit 3 ähnlich der von Dentin) an entsprechend beschichteten Oberflächen. Beim täglichen Zähneputzen entstehen an freiliegendem Dentin (z. B. Zahnhals) bei richtiger Putztechnik und bei Pasten mit normalen RDA-Werten nur sehr geringe Substanzverluste, die zwischen 4 µm und 35 µm pro Woche liegen. Die Reinigungsleistung einer Zahnpasta wird durch den PCR-Wert (Pellicle Cleaning Ratio) beschrieben, der angibt, inwieweit das Zahnoberhäutchen (Pellicle) zerstört wird, indem angefärbte Auflagerungen entfernt werden. Diese Methode ist wissenschaftlich umstritten, da im Labor an Rinderzähnen gemessen wird und die Ergebnisse deshalb nicht ohne Weiteres auf den menschlichen Mund übertragbar sind.