Zahnsteinentfernung
Synonym: Zahnsteinreinigung, Zahnsteinentfernungstherapie, Scaling · Englisch: scaling of calculus, tartar removal
Die Zahnsteinentfernung ist eine zahnmedizinische Maßnahme zur Beseitigung mineralisierter Zahnbeläge (Zahnstein) von den Zahnoberflächen. Zahnstein stellt einen erheblichen biologischen Störfaktor dar, da er eine Vielzahl von Bakterien beherbergt, die in der feuchten und nährstoffreichen Mundhöhle ideale Bedingungen für ihre Vermehrung vorfinden. Diese Mikroorganismen tragen zu Karies, Gingivitis und Parodontitis bei und gefährden somit die Mundgesundheit.
Neben der funktionellen Bedeutung ist die Zahnsteinentfernung auch aus ästhetischen Gründen für viele Patienten wichtig, da sichtbare Zahnsteinablagerungen häufig als störend empfunden werden.
Häufigkeit der Zahnsteinentfernung Eine zweimalige Entfernung des Zahnsteins pro Jahr gilt für Patienten mit einem gesunden Gebiss als Standardempfehlung. Bei besonderen Risikofaktoren, wie parodontalen Vorerkrankungen, kann eine häufigere Reinigung notwendig sein. Seit dem 1. Januar 2004 haben gesetzlich Versicherte in Deutschland Anspruch auf eine einmalige Zahnsteinentfernung pro Kalenderjahr, die von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen wird.
Methoden der Zahnsteinentfernung
- Mechanische Entfernung mit Handinstrumenten:
- Scaler und Küretten sind klassische Instrumente, die manuell zur Entfernung von Zahnstein genutzt werden. Sie eignen sich insbesondere für präzise Arbeiten und subgingivale (unter dem Zahnfleischrand) Bereiche.
- Schall- oder Ultraschallscaler: Diese Geräte entfernen Zahnstein durch hochfrequente Schwingungen, die Zahnstein aufbrechen und gleichzeitig die Oberfläche spülen. Sie werden besonders in der supragingivalen (oberhalb des Zahnfleischrandes) Zahnsteinentfernung eingesetzt.
- Stainbuster: Selbstschärfende, rotierende Instrumente aus zirkonhaltigen Glasfasern in einer Kompositmatrix, die Zahnoberflächen bearbeiten und polieren.
- Laser: Der Einsatz von Lasern zur Zahnsteinentfernung wird gelegentlich beworben. Allerdings ist der klinische Nutzen derzeit nicht nachgewiesen, und der routinemäßige Einsatz wird wissenschaftlich skeptisch betrachtet (Stand 2012).
Chemische Verfahren Der Einsatz chemischer Zahnsteinlöser wie säurehaltiger Substanzen ist in der Mundhöhle ungeeignet, da diese erhebliche Nebenwirkungen, wie Schädigungen der Zahnhartsubstanz und des Weichgewebes, hervorrufen können. Netzmittel oder Chelatbildner haben sich als wirkungslos erwiesen.
Die regelmäßige Entfernung von Zahnstein ist ein zentraler Bestandteil der Prophylaxe, da sie nicht nur ästhetische Vorteile bietet, sondern auch das Risiko für entzündliche Erkrankungen und Zahnverlust reduziert.